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Aktienkurse:Wenig los am "Hexensabbat"

Nach den Turbulenzen wegen der jüngsten Zinsentscheide verläuft der Handel am Freitag ausgesprochen ruhig. Trotz des sogenannten "Hexensabbat" halten sich die Kursschwankungen in Grenzen.

Nach den jüngsten Schwankungen am deutschen Aktienmarkt hat sich die Lage am Freitag deutlich beruhigt. Auch der "Hexensabbat", der große Verfall an den Terminmärkten, provozierte keine größeren Kursausschläge. Profianleger versuchen dabei oftmals, die Kurse in die von ihnen gewünschte Richtung zu lenken, damit ihre Wetten aufgehen. Der Dax schüttelte nach einem mäßigen Handelsstart seine Verluste ab und schloss 0,6 Prozent höher bei 9951 Punkten. Auf Wochensicht gewinnt der Leitindex knapp ein Prozent. An den Vortagen hatte die Zinsentscheidung der US-Notenband Fed teils kräftige Ausschläge zur Folge.

Einer der schwächsten Werte im Dax waren die Titel der Munich Re. Die Aktie des weltweit größten Rückversicherers setzte ihre jüngste Talfahrt mit einem Kursverlust von einem Prozent fort. Munich Re hatte zur Wochenmitte mit seinem Geschäftsausblick enttäuscht. Einige Analysten senkten daraufhin am Freitag ihre Ergebnisprognosen. Zu den größten Gewinnern zählten die RWE-Titel mit einem Kursgewinn von 2,9 Prozent. Die Aktien des Konkurrenten Eon schafften ein Plus von 1,3 Prozent. Die Versorger sind seit Tagen stark im Fokus, da derzeit das Bundesverfassungsgericht über deren Verfassungsbeschwerde gegen die Rechtmäßigkeit des deutschen Atomausstiegs verhandelt. Es geht um Schadenersatz in Milliardenhöhe.

Der Kurs des Mobilfunkanbieters Freenet brach nach dem Einstieg beim größten Telekommunikationsanbieter der Schweiz um mehr als fünf Prozent ein. Analysten zeigten sich wenig begeistert. "Wir haben Schwierigkeiten, überzeugende strategische Gründe für einen solchen Schritt auszumachen", urteilten die Analysten vom Broker Jefferies. Die Papiere von Bang & Olufsen gewannen in Kopenhagen zeitweise über zehn Prozent. Der Anbieter von High-End-Stereoanlagen und Fernsehern will zukünftig gemeinsam mit dem südkoreanischen Konzern LG Electronics Fernseher entwickeln. Kritiker bemängelten bislang, dass die hochpreisigen Geräte der Verluste schreibenden dänischen Traditionsfirma der Konkurrenz technisch hinterherhinken.

Die Börsen an der Wall Street präsentierten sich freundlich. Der Dow Jones schloss 0,7 Prozent höher bei 17 602 Punkten. Bei den Einzelwerten stachen Adobe-Aktien mit einem Plus von 3,8 Prozent heraus. Der Softwarekonzern überraschte im ersten Quartal mit einem Gewinnsprung.