Aktien:Vorsicht ist angebracht

Angesichts diverser Risiken agieren die Anleger zurückhaltend. Insbesondere die Autowerte leiden unter den Unsicherheiten. Hingegen freuen sich die Aktionäre von Wacker Chemie über einen Großauftrag für den M-Dax-Konzern.

An Europas Aktienmärkten haben die Anleger angesichts des unsicheren Marktumfelds weiter Vorsicht walten lassen. Der Dax pendelte um seinen Schlusskurs vom Vortag und schloss mit 0,3 Prozent etwas höher bei 15 966 Punkten. Hingegen trieben positive Unternehmensnachrichten den M-Dax auf ein Rekordhoch. Der Index der mittelgroßen Werte stieg um 0,8 Prozent auf 36 011 Punkte. Insgesamt jedoch mahnten geopolitische Risiken nach dem abrupten Machtwechsel in Afghanistan und die Ausbreitung der Coronavirus-Variante Delta etwas zur Vorsicht. Neue Impulse erhofften sich die Investoren von den Protokollen der letzten Sitzung der US-Notenbank Fed, deren Veröffentlichung für den Abend nach Börsenschluss in Europa anstand. Deutliche Kursabschläge gab es bei den als sehr konjunktursensibel geltenden Automobilwerten. Neben den Unsicherheiten rund um die Pandemie bereitete auch der Preisdruck den Anlegern weiter Sorge. Im Dax waren die Titel von Daimler mit minus 1,3 Prozent der zweitgrößte Verlierer, gefolgt von Volkswagen und BMW mit Abschlägen von 0,9 und 0,6 Prozent. Im M-Dax zogen die Aktien von Wacker Chemie um mehr als fünf Prozent an. Der Chemiekonzern hat einen Großauftrag für Solarsilizium aus China erhalten. Der in den USA börsennotierte chinesische Solarmodulhersteller Jinkosolar sicherte sich den Zugriff auf insgesamt 70 000 Tonnen Polysilizium bis Ende 2026. Zudem knüpfte die deutsche Chemie-Branche nach Angaben ihres Verbandes VCI an den guten Jahresstart an und steuert auf ein Rekordjahr zu. Die in den vergangenen Monaten stark unter Druck geratenen Papiere der Shop Apotheke erholten sich etwas und legten um ein Prozent zu. Anleger zogen dabei positive Schlüsse aus den Geschäftszahlen der Schweizer Versandapotheke Zur Rose.

Nach oben ging es dank der wieder deutlich anziehenden Bier-Nachfrage in China und Russland auch bei Carlsberg. Die Titel des dänischen Konzerns legten nach einem optimistischeren Ausblick um 2,3 Prozent zu. "Wir schließen eine weitere Anhebung der Prognose für das dritte Quartal nicht aus, wenn der Gegenwind durch die Pandemie nachlässt", konstatieren die Analysten von Jefferies.

An der Wall Street schloss der Dow Jones 1,1 Prozent im Minus bei 34 961 Punkten.

© SZ vom 19.08.2021
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