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Aktien:Unsicherheit lähmt  den Dax

Besorgt blicken Anleger auf die Krisenherde weltweit. Die Flucht in Anleihen drückt die Zinsen, darauf reagieren insbesondere Bankaktien. Osram steht nach einem neuen Übernahme­angebot im Fokus.

Nach zunächst kräftigen Kursgewinnen ist der deutsche Aktienmarkt am Montag im Handelsverlauf in die Verlustzone gerutscht. In der Spitze war der Dax um 1,2 Prozent gestiegen, dann aber wieder zurückgefallen. Zum Schluss der Börsensitzung notierte der deutsche Leitindex etwas tiefer bei 11 680 Punkten.

Händler verwiesen angesichts der sich zuspitzenden Protestwelle in Hongkong auf die weiter zunehmende Zahl an Unsicherheitsfaktoren. Unbehagen bereitete Investoren auch der weiter ungelöste Zollstreit zwischen den USA und China. Am Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump die für September geplante nächste Verhandlungsrunde zur Beilegung des Konflikts in Frage gestellt. Sein Handelsberater Peter Navarro betonte dagegen, die Gespräche würden wie geplant fortgesetzt.

Investoren suchten Schutz in Anleihen, was die Rendite der US-Bonds senkte. Besonders sensibel auf die dadurch niedrigen Zinsen reagierten Bankaktien: Titel der Deutschen Bank fielen am Dax-Ende um 5,5 Prozent, die der Commerzbank zählten mit minus vier Prozent zu den größten Verlierern im M-Dax. Mit 5,018 Euro war die Coba-Aktie zeitweise so günstig wie noch nie zuvor. In den USA verloren die Papiere der Bank of America, Citi jeweils mehr als zwei Prozent an Wert.

Im Dax standen außerdem die Aktien von Osram im Fokus. Der österreichische Halbleiterkonzern AMS hat erneut Interesse an einer Übernahme des in Bedrängnis geratenen Beleuchtungsherstellers bekundet und bietet 38,50 Euro je Osram-Aktie. Papiere von Osram schnellten daraufhin um mehr als zehn Prozent auf 34,95 Euro nach oben, lagen damit jedoch noch deutlich unter dem von AMS gebotenen Preis. Die in der Schweiz notierten AMS-Papiere verloren dagegen knapp zwölf Prozent. Anteile von Salzgitter fielen nach einem vorsichtigeren Ausblick des Stahlherstellers für das Gesamtjahr um sieben Prozent.

In London stürzte die Aktie von Thomas Cook zeitweise um mehr als 35 Prozent ab. Der angeschlagene Tourismus-Pionier benötigt eine Kapitalspritze von insgesamt umgerechnet rund einer Milliarde Euro. In den USA schraubte die Bank Goldman Sachs ihre Prognose für das US-Wachstum zum Jahresende herunter. Die schlechten Aussichten trübten an der Wall Street erneut die Stimmung. Der Dow Jones verlor 1,5 Prozent auf 25 896 Punkte.

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