Aktien:Schwacher Start in den September

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Die Anleger finden angesichts steigender Zinsen und Konjunktursorgen wenig Gründe, bei Aktien zuzugreifen. Besonders unter Druck stehen die Papiere der Chiphersteller.

Nach dem sehr schwachen Börsenmonat August ist der Dax auch in den September mit negativen Vorzeichen gestartet. Der deutsche Leitindex schloss am Donnerstag 1,6 Prozent im Minus bei 12 630 Punkten. Viele Analysten sehen derzeit wenig Gründe, Aktien zu kaufen. Unter Investoren geht die Furcht um, dass die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank mit einem zu aggressiven Kurs im Kampf gegen die Inflation eine wirtschaftliche Schwäche auf breiter Front lostreten könnten. Investoren halten es für möglich, dass die EZB bei ihrer Zinssitzung in der kommenden Woche die Zinsen um 0,75 Prozentpunkte anheben wird. Auch hinsichtlich der Fed wird mit einem weiteren großen Zinsschritt gerechnet.

Unter den Einzelwerten im Dax verloren Zalando-Aktien an Wert. Spekulationen auf den Einstieg von Alibabas Online-Shopping-Plattform Lazada belasteten die Aktien, die um 4,6 Prozent nachgaben. Keinen guten Tag erwischten auch die Titel der Lufthansa, die im M-Dax 3,1 Prozent tiefer notierten. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat die Verhandlungen im Tarifkonflikt für gescheitert erklärt und Piloten von Lufthansa und der Frachtlinie Lufthansa Cargo zum Streik aufgerufen. Auch die Aktie des Flughafenbetreibers Fraport rutschte um 3,8 Prozent ab.

Deutliche Auswirkungen auf die Luxusmarkenhersteller hatten die verschärften Corona-Beschränkungen in China. Die Papiere von LVMH, der Gucci-Mutter Kering, Hermes und Burberry fielen um bis zu 3,5 Prozent. Richemont und Swatch verloren in Zürich rund vier Prozent an Wert.

Unter Druck standen die Chiphersteller. Infineon-Aktien gaben um 2,2 Prozent nach, Aixtron verloren drei Prozent. Grund für die schlechte Stimmung im Sektor waren verschärfte US-Regeln für Technologie-Exporte nach China. An der Wall Street rutschten die Aktien von Nvidia und AMD um 7,6 beziehungsweise drei Prozent ab. Den beiden Unternehmen zufolge verboten die Behörden die Lieferung von Halbleitern, die für Anwendungen der künstlichen Intelligenz benötigt werden. Für Nvidia seien diese Produkte die Hoffnungsträger für künftiges Wachstum, sagte Susannah Streeter vom Brokerhaus Hargreaves Landsdown. Andere Chipwerte wie Intel oder Micron gaben ebenfalls nach. Der Dow Jones schloss dennoch 0,5 Prozent im Plus.

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