Aktien:Schwache China-Daten belasten

Chinas Wachstumsmotor gerät ins Stottern. Die Anleger machen sich Sorgen um die weitere Entwicklung der Weltkonjunktur. Der Dax reagiert darauf mit Kursverlusten.

Die Abkühlung der Konjunktur beim wichtigen Handelspartner China hat bei Anlegern in Europa auf die Stimmung gedrückt. Der Dax fiel am Montag um 0,7 Prozent auf 15 474 Punkte. Das Wirtschaftswachstum in China hatte sich im abgelaufenen Quartal binnen Jahresfrist auf 4,9 Prozent verlangsamt, den niedrigsten Wert seit einem Jahr. Zum Frühjahr legte es nur noch um magere 0,2 Prozent zu. "Vor diesem Hintergrund erschienen die Prognosen für ein Plus von rund sechs Prozent im Gesamtjahr als zu optimistisch", sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Die Schuldenkrise des Immobilienkonzerns China Evergrande und die steigenden Energiekosten bremsten die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft zusätzlich aus.

Anleger warfen vor allem europäische Luxusgüter-Hersteller aus ihren Depots, für die China ein wichtiger Absatzmarkt ist. Die Aktien von LVMH, Kering und Richemont verloren bis zu 3,2 Prozent. Für Kursbewegungen am deutschen Markt sorgten hauptsächlich Analystenaussagen. Rational-Titel zählten im M-Dax mit plus 3,3 Prozent zu den größten Gewinnern, nachdem die Privatbank Berenberg sie hochgestuft hatte und nun zum Kauf rät. Beim Recycling-Spezialisten Befesa konnten sich die Anteilseigner sogar über ein Kursplus von 4,4 Prozent freuen, was für den ersten Platz im M-Dax reichte. Die Investmentbank Goldman Sachs nahm die Beobachtung der Aktien mit einer Kaufempfehlung wieder auf. Dagegen waren die Anteilsscheine des Kunststoffkonzerns Covestro mit einem Abschlag von 3,3 Prozent einer der schwächsten Werte. Hier belastete eine gestrichene Kaufempfehlung der französischen Bank Société Générale. Die starke Gewinnentwicklung sollte zwar kurzfristig stützen, doch gebe es große Risiken mit Blick auf China, begründete Analyst Thomas Swoboda seine neue Einschätzung. Außerdem bedrohten steigende Rohstoffpreise die Gewinnmargen.

In New York schloss der Dow Jones bei 35 259 Punkten und lag damit leicht unter seinem Vortagesniveau. Positive Testergebnisse für einen Coronavirus-Impfstoff gaben Dynavax Auftrieb. Die Aktien der Pharmafirma stiegen zeitweise um 4,7 Prozent. Dem Entwicklungspartner Valneva zufolge ist das Vakzin effektiver als das von Astrazeneca und hat weniger Nebenwirkungen.

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