bedeckt München 17°

Aktien:Massive Verluste an der Wall Street

Nach einer weiteren Eskalation im Handelsstreit bricht die US-Börse um 2,6 Prozent ein. In Deutschland steigt die Aktie des Stahlhändlers Klöckner & Co wegen Fusionsfantasien stark.

Eine neue Eskalation im Handelsstreit zwischen USA und China hat Aktienanleger am Freitag aufgeschreckt. Der deutsche Leitindex Dax rutschte am Nachmittag deutlich ins Minus und schloss 1,2 Prozent tiefer bei 11 612 Punkten. Im Handelsstreit mit den USA kündigte China zusätzliche Zölle auf US-Güter im Volumen von rund 75 Milliarden Dollar an. Diese sollten zwischen fünf und zehn Prozent liegen und ab dem 1. September beziehungsweise 15. Dezember gelten. Erneut standen Stahlwerte im Fokus der Anleger. Einem Bericht des Handelsblatts zufolge will der Mischkonzern Thyssenkrupp den Stahlhändler Klöckner & Co übernehmen. "Bislang hatten die Firmen gesagt, dass sie häufig miteinander reden", sagte ein Aktienhändler. Von einer Fusion sei aber nicht die Rede gewesen. Die Zeitung brachte darüber hinaus eine Fusion von Thyssenkrupp mit dem Stahlkonzern Salzgitter ins Gespräch. Die Spekulationen wurden jedoch von Salzgitter am Nachmittag zurückgewiesen. Die im S-Dax notierten Aktien von Klöckner & Co sprangen zeitweise um knapp 18 Prozent nach oben. Zum Handelsschluss standen sie noch 7,1 Prozent höher. Salzgitter-Papiere gaben ihre Gewinne ab und schlossen knapp behauptet. Die Titel von Thyssenkrupp verbuchten einem Abschlag von 0,7 Prozent. Die Lufthansa-Aktie drehte am Nachmittag ebenfalls ins Minus und schloss ein Prozent tiefer. Einem Medienbericht zufolge will Lufthansa-Chef Carsten Spohr seinen Konzern noch profitabler machen. Demnach soll die Zielmarke für den Gewinn mittelfristig nicht mehr zwei, sondern drei Milliarden Euro sein.

Autowerte wie Daimler, BMW und Volkswagen, die unter dem Handelskonflikt besonders leiden, gingen nach der Ankündigung Pekings auf Talfahrt mit Verlusten von teils mehr als drei Prozent.

Die neue Runde im Handelsstreit zwischen China und den USA verdarb auch den Anlegern an der Wall Street die Laune. Der Dow Jones verlor 2,4 Prozent auf 25 629 Zähler. Unter den Einzelwerten gaben die Aktien von HP Inc. um knapp sechs Prozent nach. Der Chef des US-Computerherstellers, Dion Weisler, tritt nach fast vier Jahren ab. Der SAP-Rivale Salesforce hat dank einer starken Nachfrage nach seinen Cloud-Anwendungen die Experten-Erwartungen beim Umsatz übertroffen. Salesforce-Aktien legten um 2,2 Prozent zu.

  • Themen in diesem Artikel: