Aktien Halbleiterhersteller verlieren

In China macht sich der Handelsstreit mit den USA in schlechten Konjunkturdaten bemerkbar. Das spüren auch die Chiphersteller: Broadcom senkt die Gewinnprognose, viele Technologiewerte fallen.

Aus Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft haben sich Anleger am Donnerstag aus den Aktienmärkten zurückgezogen. Der Dax verlor 0,6 Prozent und stand zum Handelsende bei 12 096 Punkten. Auf die Stimmung drückten enttäuschende chinesische Konjunkturdaten und der pessimistische Ausblick des US-Chipherstellers Broadcom. In China wuchs die Produktion so wenig wie zuletzt vor 17 Jahren. Dies trieb weitere Investoren in sichere Anlagen wie Anleihen.

Aus den Depots flogen dagegen Unternehmen mit einem großen China-Geschäft. Hierzu gehörten die britischen Finanzkonzerne HSBC und Prudential, deren Aktien bis zu 1,3 Prozent verloren. Im Dax gehörten die Autobauer Daimler und Volkswagen mit Kursverlusten von 1,6 beziehungsweise 1,1 Prozent zu den größten Verlierern. Besonders schwer erwischte es europaweit Technologiewerte, nachdem der amerikanische Halbleiterhersteller Broadcom für das laufende Jahr vor schwächeren Erlösen gewarnt hatte. Ein wesentlicher Grund für den Pessimismus ist der US-Handelsstreit mit China, der die Nachfrage nach Halbleitern drückt. Infineon-Papiere rutschten daraufhin um 5,3 Prozent auf das Niveau von Sommer 2016 zurück. Aixtron sanken um 3,1 Prozent und Siltronic um 5,5 Prozent auf das Niveau von 2017. Dialog Semiconductor schwächelten mit minus 2,5 Prozent.

Eine skeptische Studie der Investmentbank Oddo BHF belastete Rheinmetall. Analyst Harald Eggeling sieht eine Reihe von Risiken für den Autozulieferer und Rüstungskonzern. Die Papiere sackten bis zu 5,7 Prozent ab, nachdem sie tags zuvor noch auf den höchsten Stand seit einem Jahr geklettert waren. Bis zum Handelsschluss blieb nach einem beruhigenden UBS-Kommentar noch ein Verlust von gut drei Prozent.

Auch den US-Anlegern verdarben die schlechten Nachrichten die Kauflaune. Während die Leitindizes Dow Jones und S&P 500 wenig verändert schlossen, verlor der technologielastige Nasdaq-Composite 0,4 Prozent. Die Aktien von Broadcom stürzten auf die pessimistischen Gewinnnachrichten hin um knapp neun Prozent ab - so stark wie zuletzt vor einem halben Jahr. Zum Handelsschluss lagen sie noch 5,6 Prozent im Minus. In ihrem Sog verloren die Titel von Konkurrenten wie AMD, Intel oder Micron bis zu 3,3 Prozent.