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Aktien:Erneut Sorgen wegen Coronavirus

Schlechte Nachrichten aus China zur Coronavirus-Epidemie bremsen die Kurse am deutschen Aktienmarkt. Vorsicht herrscht auch angesichts zahlreicher Unternehmensberichte.

Der drastische Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat die Anleger am Donnerstag verschreckt. Einige gingen auf Nummer sicher und nahmen nach der jüngsten Rekordjagd Gewinne mit. Vorsicht herrschte auch angesichts durchwachsener Unternehmensberichte. Der Dax fiel zeitweise um 1,3 Prozent, machte bis zum Handelsende seine Verluste jedoch wieder wett und schloss unverändert bei 13 745 Punkten. Die chinesische Regierung meldete für Mittwoch fast 15 000 Neuinfektionen mit dem Erreger, knapp zehn Mal so viele wie am Tag zuvor. "Allerdings sei der sprunghafte Anstieg in erster Linie auf eine Überarbeitung der bisherigen Diagnoseergebnisse zurückzuführen", sagte Thomas Metzger, Chef der Vermögensverwaltung beim Bankhaus Bauer. "Nichtsdestotrotz befürchten nun viele Marktteilnehmer, dass man das Thema zu früh abgehakt hat und die makroökonomischen Auswirkungen der Krankheit doch stärker sein könnten als bisher vermutet." Derweil läuft die Berichtssaison in Deutschland an. Unter den Einzelwerten stand die Commerzbank im Blickfeld. Das Quartalsergebnis sei besser ausgefallen als erwartet, schrieb Analystin Martina Matouskova von der Investmentbank Jefferies. Commerzbank-Titel legten an der M-Dax-Spitze fast neun Prozent zu. In ihrem Windschatten gewannen die Papiere der Deutschen Bank zwei Prozent. Die Titel des weltweit größten Industriegase-Herstellers Linde standen nach der Vorlage seiner Jahreszahlen und überraschend starken Aussagen zum neuen Geschäftsjahr mit plus 3,2 Prozent an die Dax-Spitze und erreichten ein Rekordhoch.

Die Anteile des Bausoftware-Herstellers RIB Software sprangen im S-Dax um mehr als 40 Prozent auf 29,02 Euro nach oben. Der Quartalsbericht verblasste angesichts eines Übernahmeangebots aus Frankreich. Der Industriekonzern Schneider Electric bietet je RIB-Aktie 29 Euro. Die wieder aufgeflammte Furcht vor einem Dämpfer für die Weltwirtschaft infolge der Virus-Epidemie belastete die Börsen in New York. Der Dow Jones schloss 0,4 Prozent tiefer bei 29 424 Punkten. Auf die Stimmung drückte auch der enttäuschende Ausblick des Cisco-Konzerns, dessen Anteile um 5,2 Prozent fielen. Der Netzwerk-Ausrüster warnte vor einer anhaltenden Investitionszurückhaltung seiner Kunden.

© SZ vom 14.02.2020 / amon, Reuters, dpa
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