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Aktien:Erholungsrally setzt sich weiter fort

Die milliardenschweren Konjunkturspritzen der Europäischen Zentralbank und der Bundesregierung zeigen Wirkung und schicken den Dax in Richtung 13000 Punkte.

Nach den milliardenschweren Konjunkturstützen von Europäischer Zentralbank und Bundesregierung macht sich an Europas Börsen Euphorie breit. Der Dax näherte sich am Freitag wieder der Marke von 13 000 Punkten und schloss 3,4 Prozent fester bei 12 848 Punkten. Investoren nutzten schon kleine Rücksetzer zum Einstieg, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners. Seit dem März-Tief nach dem Corona-Crash hat der Dax inzwischen 50 Prozent hinzugewonnen. Vom Februar-Rekord ist er damit inzwischen nur noch knapp acht Prozent entfernt. Zu den Gewinnern zählten die Bankaktien, weil ihre Anleihebestände von der EZB-Entscheidung profitieren. Commerzbank-Titel stiegen um 11,4 Prozent, die der Deutschen Bank notierten 4,7 Prozent fester. "In den Anleihen der Eurozone ist noch viel Pessimismus enthalten, aber die EZB unterstützt sie massiv", sagte Chris Bailey, Europa-Stratege bei Raymond James. Lufthansa trotzten dem besiegelten Abstieg aus dem Dax: Die wegen der Coronakrise eingebrochenen Aktien der Fluggesellschaft zählten mit plus 5,5 Prozent zu den Dax-Favoriten. Die Anteile der Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen, die für die Lufthansa in den Dax einzieht, verbilligten sich um 1,8 Prozent. Auch die am Vortag gebeutelten Autoaktien gehörten zu den größten Gewinnern. Daimler-Papiere zum Beispiel verbesserten sich um 7,6 Prozent. Anteile am Modekonzern Hugo Boss zählten mit einem Kursplus von 11,4 Prozent zu den Favoriten im M-Dax. Hier beflügelten die Fortschritte bei der Chefsuche. Aktien von Wirecard sackten im späten Frankfurter Handel um gut sieben Prozent ab. Der Zahlungsdienstleister war wegen des Verdachts auf Marktmanipulation ins Visier der Ermittler geraten. Die Staatsanwaltschaft München ließ am Freitag Geschäftsräume am Stammsitz des Dax-Konzerns im Münchener Vorort Aschheim durchsuchen, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte.

Eine überraschende Kehrtwende am US-Arbeitsmarkt verhalf der Wall Street zu deutlichen Kursgewinnen. Der Dow Jones stieg bis zum Handelsschluss um 3,2 Prozent. In den USA wurden im Mai rund 2,5 Millionen Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen. Ökonomen hatten hingegen mit einem Abbau von acht Millionen gerechnet.

© SZ vom 06.06.2020 / amon, Reuters, dpa

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