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Aktien:Enttäuschung bei Post-Anlegern

Enttäuschende Konjunkturdaten aus der Eurozone lassen die Gewinne im Dax dahinschmelzen. Mit Ernüchterung reagieren die Anleger auf Nachrichten zur Deutschen Post.

Nach einem freundlichen Start hat die Anleger am europäischen Aktienmarkt der Mut verlassen. Der Dax gab anfängliche Gewinne komplett wieder ab und schloss am Dienstag 1,3 Prozent im Minus bei 12 264 Punkten. Als Belastung erwiesen sich enttäuschende Konjunkturdaten. Die Industriestimmung in der Eurozone hatte sich im September spürbar verschlechtert. Der Einkaufsmanager-Index des Institute for Supply Management (ISM) in den USA fiel sogar auf den tiefsten Stand seit der Wirtschaftskrise 2009. Im Blick stand zudem weiterhin der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Am 10. Oktober beginnt die nächste Gesprächsrunde. Am Markt überwiege die Hoffnung auf eine Annäherung zwischen den USA und China in den kommenden Handelsgesprächen, meinte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader. Größter Verlierer im deutschen Leitindex waren die Papiere der Deutschen Post mit einem Abschlag von 3,9 Prozent. Die Anleger reagierten ernüchtert auf die neuen strategischen Ziele des Logistikkonzerns für die kommenden Jahre. Analysten bemängeln in erster Linie, dass die Gewinnprognosen hinter ihren Erwartungen zurückblieben.

Zu den Top-Favoriten im M-Dax zählten die Aktien des Wafer-Herstellers Siltronic mit einem Plus von 1,5 Prozent. Die Experten der US-Bank JP Morgan schrieben in einer Branchenstudie, jüngste Daten deuteten auf eine Erholung der Nachfrage hin. Im S-Dax ging es für die Papiere von Varta um 2,8 Prozent nach oben. Zuletzt gab es immer wieder Spekulationen, der Batteriespezialist könne Batterien für Apple und möglicherweise auch für Amazon liefern.

Kurz vor Ablauf der Bieterfrist ging es für die Osram-Aktie auf und ab. Zeitweise bröckelte der Kurs deutlich auf 39,45 Euro ab, erholte sich dann im Verlauf auf 40,15 Euro und lag damit unter der Schwelle von 41 Euro, die der Chip- und Sensorhersteller AMS für den Lichtkonzern bietet. Die Anteilseigner hatten noch bis Mitternacht Zeit, ihre Papiere anzudienen. AMS benötigt mindestens 62,5 Prozent der Aktien, damit das 4,5 Milliarden Euro schwere Angebot erfolgreich ist.

Die schwachen US-Konjunkturdaten belasteten die Stimmung an der Wall Street. Der Leitindex Dow Jones schloss 1,3 Prozent im Minus bei 26 573 Punkten.