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Aktien:Der Dax schwächelt

Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt ist eingetrübt. Nicht einmal der überraschend starke Anstieg des Ifo-Index kann die Laune der Investoren heben. Aktien von Delivery Hero fallen besonders deutlich.

Die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten ist am Montag trotz eines kräftigen Anstiegs beim Ifo-Geschäftsklimaindex getrübt geblieben. Der Dax gab bis zum Handelsende um 0,3 Prozent auf 13 950 Punkte nach. Die Zuversicht deutscher Firmen wächst trotz des zweiten Lockdowns. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 92,4 Punkte von 90,3 Zählern im Januar, während die Ökonomen nur mit einem Anstieg auf 90,5 Punkte gerechnet hatten. Für Anspannung sorgte die Entwicklung an den weltweiten Anleihemärkten, wo die Renditen erneut deutlich anzogen. Anleger fürchten, dass Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren an Attraktivität verlieren könnten.

Bei den Einzelwerten waren die Aktien des Essenslieferdienstes Delivery Hero unter Druck. Die Papiere gaben fast sieben Prozent ab und lagen damit am Dax-Ende. Händler führten die Kursverluste unter anderem auf einen Bericht des Wall Street Journal zurück. Demnach versuchen in den USA immer mehr Restaurants, die dort aktiven Essenslieferdienste wie Door-Dash und Uber Eats und deren hohe Gebühren zu umgehen. Continental-Aktien verloren zwei Prozent und zählten ebenfalls zu den schwächsten Dax-Werten. Wegen eines Verlustes auf Konzernebene will der Autozulieferer für das Corona-Jahr 2020 keine Dividende zahlen.

Im S-Dax dagegen stemmten sich die Titel des Nutzfahrzeugzulieferers SAF-Holland gegen den negativen Markttrend. Sie profitierten mit einem Aufschlag von 4,3 Prozent davon, dass das Unternehmen seine deutlichen Einbußen im Corona-Jahr 2020 dank eines versöhnlichen Schlussquartals etwas eindämmen konnte. Varta indes litt im M-Dax unter negativen Analystenurteilen in Folge der in der vorigen Woche vorgelegten Jahreszahlen. Die Aktien des Batterieherstellers büßten knapp elf Prozent ein.

An der Wall Street stand der Dow Jones kurz vor Handelsende leicht im Plus.

Derweil machte die Entlassung des Chefs des Ölkonzerns Petrobras durch Staatspräsident Jair Bolsonaro Brasilien-Anleger nervös. Die Aktien des Staatskonzerns brachen um mehr als 20 Prozent ein. Der Börsenwert schrumpfte dadurch um umgerechnet rund neun Milliarden Euro. Der brasilianische Leitindex Bovespa gab zeitweise um knapp sechs Prozent nach.

© SZ vom 23.02.2021 / amon, Reuters,dpa
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