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Aktien:Dax tief im Minus

Die neue Börsenwoche beginnt mit einem Schock: Die Kursverluste bei den Aktien des Softwarekonzerns SAP reißen den deutschen Leitindex mit nach unten. Es gibt aber auch einige positive Entwicklungen.

Sehr hohe Kursverluste des Index-Schwergewichts SAP haben den Dax am Montag erheblich belastet. Der deutsche Leitindex verlor 3,7 Prozent auf 12 177 Punkte, während es für die Titel des Softwarekonzerns nach einem enttäuschenden Ausblick um knapp 22 Prozent nach unten ging. Damit waren die SAP-Aktien hauptverantwortlich für das Dax-Minus. Gedrückt ist die Stimmung aber auch wegen der stark steigenden Corona-Infektionen in Europa, in den USA und neuerdings auch wieder in China. Wegen der steigenden Infektionszahlen trübte sich im Oktober auch die Stimmung in den deutschen Unternehmen ein, wie das jüngste Ifo-Geschäftsklima zeigte. Der Rückgang war stärker als von Analysten erwartet. Nach der Vorlage der Geschäftszahlen und einem trüben Ausblick verbuchten SAP-Aktien Kursverluste von historischem Ausmaß. Die Papiere des wertvollsten deutschen Konzerns rutschten unter die Marke von 100 Euro. Die Anteilsscheine von Delivery Hero zählten mit einem Plus von einem Prozent zu den wenigen Gewinnern im Dax. Der Essenslieferdienst gilt als Pandemie-Profiteur. Von den Anlegern gut aufgenommen wurde die Nachricht von der Milliarden-Übernahme des US-Biotechunternehmen Asklepios Bio-Pharmaceutical durch Bayer. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern will damit sein Geschäft mit Zell- und Gentherapien ausbauen. Die Anteilsscheine von Bayer gewannen 0,3 Prozent.

Aktien von Astra-Zeneca legten an der Börse in London um 1,7 Prozent zu. Der potenzielle Corona-Impfstoff des britischen Pharmakonzerns hat erfolgversprechende Ergebnisse in der klinischen Entwicklung erzielt.

An der Wall Street lag der Dow Jones zum Handelsschluss 2,3 Prozent tiefer. Auch in den USA stecken sich derzeit so viele Menschen mit dem Coronavirus an wie nie zuvor. Zugleich schwinden die Aussichten auf weitere Hilfen für die Wirtschaft. Die Präsidentin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi sagte, sie erwarte eine Antwort der Regierung auf die jüngsten Vorschläge zu einem Hilfspaket noch am Montag. Mit Hilfen sei aber wohl erst nach der Wahl zu rechnen, meinten Analysten. Um 9,3 Prozent abwärts ging es hier für die Aktien des Spieleherstellers Hasbro. Dessen Zahlen überraschten nicht so positiv wie die des Rivalen Mattel. Zudem legte Hasbro keine Prognose für das laufende Quartal vor.

© SZ vom 27.10.2020 / cikr, Reuters, dpa

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