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Aktien:Dax ohne Schwung

In Europa halten sich die Anleger mit Engagements zurück. Der Dax gibt leicht nach. Die BASF-Aktie verliert besonders deutlich. Am Abend profitieren die US-Börsen von der Zinsentscheidung der US-Notenbank.

Die US-Notenbank Fed hat am Mittwochabend in ihrem Zinsentscheid den Leitzins nahe null und die Tür für neue Krisenhilfen weiter offen gehalten. Die Zentralbank verpflichte sich, die gesamte Bandbreite ihrer Instrumente zu nutzen, bekräftigten die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell. Vor der Fedsitzung hielten sich die Anleger an den europäischen Börsen auch angesichts der hohen Zahl von Corona-Neuinfektionen mit Aktienkäufen zurück. Hierzulande gab der Dax bis zum Handelsende etwas nach und schloss bei 12 822 Punkten. Bei den Einzelwerten richtete sich der Blick auf die Unternehmensberichte.

Hier enttäuschte BASF die Anleger mit seinen Zahlenwerk. Im Zeitraum April bis Juni schrumpfte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent auf 12,7 Milliarden Euro. Der Chemiekonzern traute sich wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise weiterhin keine Prognose für das Gesamtjahr zu und rechnet im laufenden dritten Quartal mit keiner wesentlichen Verbesserung beim Ergebnis. BASF-Aktien waren mit einem Minus von knapp fünf Prozent der größte Verlierer im Dax.

Osram bekam die anhaltende Schwäche der Automärkte und die Folgen der Coronavirus-Pandemie wie erwartet deutlich zu spüren. Der Vorstand sieht sich ungeachtet dessen aber auf einem guten Weg, die im Juni angepasste Jahresprognose zu erfüllen. Die Aktien des Lichtkonzerns gehörten im M-Dax mit einem Aufschlag von 3,9 Prozent zu den Top-Favoriten. Dagegen rutschte Puma wegen der Auswirkungen der Virus-Krise in die Verlustzone. Dabei fiel die Entwicklung nicht ganz so schlecht aus wie vom Management erwartet. Eine Prognose wagte der Sportartikel-Hersteller aber nicht. Puma-Aktien waren gefragt und stiegen um mehr als zwei Prozent. Mit Minus von 3,2 Prozent zählten die Aktien von Telefonica Deutschland zu den schwächsten Werten im M-Dax. Das zweite Quartal sei eher schwach ausgefallen, hieß es von Analysten von JP Morgan. An der Wall Street sorgte der Zinsentscheid der Fed für etwas Kauflaune unter den US-Anlegern. Der Dow Jones lag bei Handelsende 0,6 Prozent höher. Die Titel von Advanced Micro Devices schnellten um 12,5 Prozent nach oben. Der Chiphersteller hob angesichts der anziehenden Nachfrage seine Prognose für das Gesamtjahr an.

© SZ vom 30.07.2020 / rih, Reuters, dpa

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