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Aktien:Dax im Minus

Angesichts hoher Corona-Infektionszahlen gerät der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag unter Druck. Im Fokus mit deutlichen Kursverlusten standen die Aktien von Thyssenkrupp und MTU Aero Engines.

Trotz der ermutigenden Impfstoff-Nachrichten fürchten Europas Anleger die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Der Dax gab am Donnerstag um 0,9 Prozent auf 13 086 Punkte nach. "Für die Anleger wird es immer schwieriger, die weiter steigenden Infektionszahlen rund um den Globus zu ignorieren", sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus Axitrader. "Auch wenn bereits etwas Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist, befinden wir uns noch immer inmitten einer Pandemie, deren tatsächliche wirtschaftliche Folgen zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzbar sind."

Unter den Einzelwerten gaben Thyssenkrupp-Papiere 3,4 Prozent nach. Als "desaströs" bezeichnete ein Händler den Abfluss von 5,5 Milliarden Euro an Barmitteln im laufenden Geschäftsjahr. Auch der Nettoverlust des Industriekonzerns fiel noch höher als befürchtet aus. Die Geschäftseinbrüche in der Luftfahrtbranche wegen der Corona-Krise werden den Triebwerksbauer MTU Aero Engines noch lange begleiten. Das Unternehmen rechnet damit, erst "ab 2024 wieder überproportional am Wachstum der Branche teilzuhaben". Der Ausblick kam an der Börse nicht gut an: Die Aktien notierten 2,6 Prozent im Minus. Mit einem Aufschlag von 1,4 Prozent zählten Vonovia-Aktien zu den größten Dax-Gewinnern, nachdem die Experten der Investmentbank Jefferies ihre Empfehlung für die Papiere angehoben hatten. Eine Herabstufung durch die Experten von Société Générale lastete dagegen auf den Aktien der Münchner Rück, die 3,4 Prozent nachgeben. Die Analysten senkten ihre Bewertung für die Papiere auf "Halten" von zuvor "Kaufen".

Der Gabelstaplerhersteller Kion will mit einer Kapitalerhöhung fast eine Milliarde Euro einsammeln. Die Maßnahme ließ den Kurs des M-Dax Mitglieds um sieben Prozent absacken. Aktien des Bremsenherstellers Knorr-Bremse zogen um 3,4 Prozent an. Hier lobten Analysten ein wiederbelebtes Geschäft mit Bremsen für Nutzfahrzeuge. Im S-Dax verloren die Anteile von Wacker Neuson 8,4 Prozent an Wert. Der Hersteller von Baumaschinen verliert den Vorstandschef und den Finanzvorstand.

An den US-Börsen erholte sich der Dow Jones von seinen Tagesverlusten trotz schwacher Daten zum US-Arbeitsmarkt ein. Der Leitindex schloss 0,2 Prozent höher

© SZ vom 20.11.2020 / amon, Reuters, dpa
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