bedeckt München

Aktien:Dax gibt Gewinne ab

Die Konjunkturskeptiker übernehmen am Nachmittag das Ruder, und der Dax dreht ins Minus. Dennoch sind die meisten Analysten für das Börsenjahr 2021 positiv gestimmt. Auto-Aktien stehen unter Druck.

Die Anleger an Europas Börsen hielten sich auch am Dienstag mit Aktienkäufen zurück. Bis zum Handelsschluss gab der Dax seine Kursgewinne ab und ging 0,2 Prozent tiefer bei 13 815 Punkten aus dem Handel. "Auch wenn der grenzenlose Optimismus am Aktienmarkt vorbei ist, die Stimmung bleibt positiv", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Kleinere Rückschläge würden weiterhin als willkommene Kaufgelegenheiten genutzt. So gut wie kein Analyst stelle sich zur Zeit pessimistisch für das Jahr 2021 auf, betonte auch Analyst David Iusow vom Brokerhaus Daily FX. Hintergrund sei die massive Unterstützung durch die Notenbanken sowie die Aussicht auf weitere Corona-Hilfsmaßnahmen.

Nach Veröffentlichung von Absatzzahlen standen die Aktien der Autobranche im Fokus der Anleger. Der Pkw-Markt in der EU ist im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie so stark eingebrochen wie nie zuvor. Der Autoabsatz fiel um fast ein Viertel auf rund 9,9 Millionen Fahrzeuge. Daimler-Aktien zählten im Dax mit einem Minus von 1,9 Prozent zu den größten Verlierern. BMW-Papiere gaben 1,7 Prozent nach. Volkswagen-Titel erreichten nach Verlusten ein Plus von einem Prozent. Im M-Dax griffen die Anleger nach Geschäftszahlen bei Carl-Zeiss-Meditec-Papieren zu, die um 5,8 Prozent stiegen. Der Medizintechnikkonzern steigerte dank Einsparungen den operativen Gewinn (Ebit) um gut 29 Prozent auf 73,4 Millionen Euro. Die österreichische IT-Firma S&T überzeugte Anleger mit ihrem Ausblick. Das Unternehmen peilt 2021 bei Umsatz und Gewinn erneut deutliche Zuwächse an. Auch für die nächsten Jahre werde eine Fortsetzung des profitablen Wachstumskurses erwartet. S&T-Papiere zogen im S-Dax um 9,4 Prozent an. An der Wall Street legte der Dow Jones um 0,4 Prozent zu.

Im Fokus standen die Aktien von Goldman Sachs und Bank of America. Beide Geldhäuser legten Geschäftszahlen über Markterwartungen vor. Die Papiere schlossen dennoch im Minus. Ein Rekordhoch markierten dagegen die Aktien von General Motors, die sich um knapp zehn Prozent verteuerten. Die Tochter Cruise des Autobauers will gemeinsam mit dem Software-Konzern Microsoft selbstfahrende Fahrzeuge entwickeln.

© SZ vom 20.01.2021 / rih, Reuters, dpa
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema