Aktien Chip-Werte  legen kräftig zu

Der Dax zieht am letzten Handelstag der Woche leicht an. Bei Wirecard gibt es erneut einen Kursrutsch. Die Bilanz des Chipherstellers Broadcom begeistert hingegen die Aktionäre der Branche.

Spekulationen auf einen geordneten Brexit und eine Lösung im Handelsstreit haben Europas Börsen zum Wochenschluss Gewinne beschert. Der Dax lag am Handelsende um 0,8 Prozent höher bei 11 686 Punkten. Für Schwankungen sorgte der sogenannte "Hexensabbat". An diesem Tag verfallen an den Terminbörsen Optionen und Futures auf Aktien und Indizes. Profi-Anleger versuchen dann, die Kurse in eine für sie günstige Richtung zu schieben.

Die Abgeordneten in London hatten sich am Donnerstagabend dafür ausgesprochen, den für den 29. März vorgesehenen Austritt aus der Europäischen Union zu verschieben. Im Zollstreit hofften die Anleger nach positiven Signalen von US-Präsident Trump auf eine Lösung. Auch die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete von substanziellen Fortschritten auf beiden Seiten.

Im Dax fielen die Aktien von Wirecard nach einer Verkaufsempfehlung um knapp neun Prozent. Analysten sind der Meinung, dass nach dem Wirbel um Vorwürfe finanzieller Unregelmäßigkeiten in Singapur Aufklärung nicht in Sicht sei. Zugleich sorgte ein Bericht des Handelsblatts für Gesprächsstoff, demzufolge auch die indische Wirecard-Tochter in den Blick der Ermittler rückt.

Im M-Dax griffen die Anleger nach einem positiven Ausblick und einer Dividendenerhöhung bei Bechtle-Aktien zu, die sich um zwei Prozent verteuerten. Der IT-Händler will Umsatz und Gewinn im laufenden Jahr trotz einer schwächenden Konjunktur erneut "sehr deutlich" steigern.

Im Technologiesektor erfreute Broadcom die Anleger. Der US-Chiphersteller übertraf mit seinem Gewinn im ersten Quartal und dem Ausblick die Erwartungen der Analysten. Das schob auch die europäischen Technologie-Titel an: Im Dax war die Infineon-Aktie mit plus vier Prozent der Top-Favorit. Das Papier von Broadcom zog in New York um 8,2 Prozent an, die Anteile der Konkurrenten AMD und Nvidia gewannen 2,1 und 2,6 Prozent. Dagegen enttäuschte der SAP-Rivale Oracle die Anleger mit einem zurückhaltenden Geschäftsausblick. Die Aktien gaben leicht nach. Der Softwarekonzern geht davon aus, dass die Umsätze im vierten Quartal um bis zu zwei Prozent fallen oder maximal stabil bleiben könnten. Die US-Börsen verzeichneten ebenfalls Kursgewinne. Der US-Leitindex Dow Jones stieg um 0,5 Prozent auf 25 849 Punkte.