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Aktien:Anleger wieder vorsichtiger

Nach den Rekorden in der vergangenen Woche rückt das Pandemie-Geschehen in den Vordergrund. Der Dax verzeichnet Verluste und fällt unter die Marke von 14000 Punkten.

Nach der durch Impfstoffe und Hilfspakete ausgelösten Euphorie in der vergangenen Woche verdüsterte zu Wochenbeginn das Pandemie-Geschehen wieder die Aussichten an Europas Aktienmärkten. Investoren befürchteten, dass weiter steigende Infektionszahlen die Erholung der Wirtschaft verzögern werden. Sorge bereitete vor allem, dass die restriktiven Beschränkungen noch lange aufrechterhalten werden, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Zudem nahmen Anleger am Montag nach der vorangegangenen Rally Gewinne mit. Der Dax fiel unter die Marke von 14 000 Punkten und schloss 0,8 Prozent tiefer bei 13 937 Zählern.

Unter den Einzelwerten standen mit Zahlen Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe im Blick. Im M-Dax verbuchte Shop Apotheke zeitweise Gewinne von 3,5 Prozent bevor Gewinnmitnahmen das Papier leicht ins Minus drückten. Die Online-Apotheke wuchs im abgelaufenen Jahr kräftig und steigerte den Umsatz stärker als erwartet. Auch der Fernwartungssoftware-Hersteller Teamviewer sowie der Online-Broker Flatexdegiro legten ihre Geschäftsberichte vor. Für die Papiere von Teamviewer im M-Dax ging es allerdings 3,8 Prozent nach unten, obwohl das Unternehmen auch im vierten Quartal kräftig gewachsen war und seine eigenen Ziele für das Gesamtjahr 2020 leicht übertroffen hatte. Flatexdegiro meldete ein Rekordjahr. Die erst seit Dezember in die Dax-Familie aufgenommen und zuletzt gut gelaufene Aktie gab dennoch 2,3 Prozent nach. Außerdem sorgte eine Reihe von Analystenurteilen für Aufmerksamkeit. So büßten im Dax die Papiere von BASF eineinhalb, die des Dialysespezialisten FMC zwei und der Mutter Fresenius drei Prozent ein. JPMorgan senkte aus Bewertungsgründen den Daumen über der BASF-Aktie. Jefferies stufte FMC herab und senkte das Kursziel für das Papier von Fresenius. Nach den jüngsten Rekorden fielen die US-Börsen leicht zurück. Der Dow Jones stand zum Handelsende 0,3 Prozent tiefer. Die Sperrung der Nutzerkonten des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump auf Twitter setzte dem Kurznachrichtendienst zu. Die Aktien gaben 6,3 Prozent nach. Analysten erwarten einen Nutzerrückgang. Im Sog von Twitter büßten die Facebook-Titel vier Prozent ein. Das Online-Netzwerk hatte Trumps Account ebenfalls gesperrt.

© SZ vom 12.01.2021 / amon, Reuters, dpa
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