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Aktien:Anleger bleiben vorsichtig

Für Verunsicherung der Anleger sorgen weiterhin die zunehmenden Corona-Neuinfektionen in vielen Ländern und die Furcht vor erneuten Lockdowns.

Die immer weiter steigende Zahl von Corona-Infektionen hat auch am Dienstag den europäischen Börsen zugesetzt. "Sollte sich diese Dynamik nicht zeitnah legen, steigt die Wahrscheinlichkeit erneuter größerflächiger Lockdowns, wodurch auch wirtschaftlich Rückschläge drohen", warnte Carsten Mumm, Chef-Analyst der Privatbank Donner & Reuschel. Der Dax ging ein knappes Prozent tiefer bei 12 737 Punkten aus dem Handel. Die laufende Bilanzsaison habe dagegen das Potenzial, den Aktienmärkten Rückenwind zu verleihen, sagte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. Die Markterwartungen seien so gering, dass es vielen Firmen leicht fallen sollte, diese zu übertreffen.

Unter den Dax-Werten rutschten die Papiere von Fresenius Medical Care mit einem Minus von 5,5 Prozent an das Index-Ende. JP-Morgan-Analyst David Adlington sieht den Dialysekonzern operativ zwar auf gutem Weg seine Jahresziele zu erreichen. Eine Prognoseerhöhung hält er angesichts der Unwägbarkeiten im vierten Quartal aber für unwahrscheinlich.

Im M-Dax nahmen die Aktien des Corona-Krisengewinners Teamviewer mit einem Abschlag von 8,4 Prozent den letzten Platz ein. Der britische Investor Permira hatte sich zuvor von weiteren Anteilen an dem Softwareanbieter getrennt. Derweil blickt der Pharma- und Laborausrüster Sartorius nach einem Gewinnsprung dank kräftiger Nachfrage optimistischer auf das Gesamtjahr. Sartorius-Aktien erreichten ein Rekordhoch und lagen zuletzt drei Prozent höher. Dagegen verloren die Anteile von Jenoptik fast sechs Prozent. Der Technologiekonzern reduzierte sein Umsatzziel für das laufende Jahr. Die Lufthansa verzeichnete im Sommer einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro. Dank der Staatshilfen zeigte sich das Management aber zuversichtlich, dass die Fluggesellschaft weiteren Belastungen durch die Corona-Pandemie standhalten kann. Lufthansa-Aktien legten zeitweise um 7,4 Prozent zu. An der Wall Street überwog die Hoffnung auf ein milliardenschweres Konjunkturhilfspaket für die US-Wirtschaft. Der Dow Jones stand zum Handelsende ein knappes halbes Prozent höher. Unter den Einzelwerten verloren IBM-Papiere 6,5 Prozent. Der Quartalsumsatz des IT-Konzerns hatte sich um 2,6 Prozent verringert. Börsianer monierten auch den Verzicht auf einen Ausblick.

© SZ vom 21.10.2020 / rih, Reuters, dpa
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