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Stilblog Modezirkus: Tierprints:Streichelzoo im Kleiderschrank

Mode für Mutige: Animal Print. Blazer und Handtasche: Juicy Couture.

(Foto: Daniel Hofer)

Zebra an der Bushaltestelle, Tiger im Büro: Modemutige tragen Tierprints. Aber mit was kombiniert man Leopard? Und wer kann knuffige Hunde, reizende Bambis und entzückende Häschen auf der Brust tragen? Tierische Tipps.

Kann ich das tragen? Wie sieht die perfekte Jeansjacke aus? Und was genau bedeutet eigentlich Ethno-Look? Im Modezirkus, dem neuen Stilblog auf Süddeutsche.de, greifen wir aktuelle Trends und klassische Fragen zur richtigen Kleiderwahl auf und erklären gemeinsam mit unseren Stilexperten, worauf zu achten und was zu vermeiden ist.

Die Tierwelt hält die Mode fest im Griff. Kaum ein Laufsteg, über den in den vergangenen Monaten keine Wildtiere gelaufen sind, kaum eine Modekette, die auf Blusen mit Fuchsmuster und Eulenapplikationen verzichtet. Spätestens seit Fendi Taschen im Stil kleiner Fellmonster herausgebracht hat, verwandeln sich die Kleiderschränke dieser Welt in Streichelzoos.

Sich echte Füchse und Hasen um die Schultern zu hängen, nachdem sie sich auf ewig "Gute Nacht" gesagt haben, geht schon aus ethischen Gründen nicht mehr. Wer Farbbeutel werfenden Aktivisten und Moralkeulen schwingenden Freunden aus dem Weg gehen will, greift lieber zum Blazer mit Leoprint als zum Mantel aus Kaninchenfell. Und ist es in unserer nach Jugendlichkeit und Faltenfreiheit strebenden Gesellschaft nicht ohnehin angemessener, niedliche Hoppelhäschen und knuffige Katzen als Drucke auf der Brust zu tragen, als sich in totes Tier zu hüllen?

Animal Print

"Drucke mit Wildkatzen- oder Zebramuster eignen sich besonders gut, um Akzente zu setzen", sagt Jana Windoffer, die seit fünf Jahren über Mode bloggt. Womit auch schon die Empfehlung für die beste Kombination auf der Hand liegt: Ein Akzent ist nur dann ein Akzent, wenn das restliche Outfit einigermaßen zurückhaltend bleibt. Sprich: Wer sich für Tigerleggins entschieden hat, sollte den Leoblazer im Schrank lassen - außer er will WIRKLICH auffallen.

Weise Eulen am Fuß. Socken: Privat.

(Foto: Daniel Hofer)

Sie sind bei den Worten "Tigerleggins" und "Leoblazer" zusammengezuckt? Dann dürfen Sie gerne auf einem weniger gefährlichen Wildlife-Level einsteigen. Für Tierprints braucht es ein gewisses Maß an Modemut und den kann man sich langsam erarbeiten. Wichtig sind in diesem Zusammenhang die Farben: Es muss nicht gleich der lila-türkisfarbene Overall im Gepardenlook sein. Wie wäre es stattdessen mit einem gepardengepunkteten Halstuch in elegantem Schwarz-Weiß? Hat bis jetzt noch jedes langweilige Alltagsoutfit aufgemöbelt.

Ganzes Tier - aber welches?

Einen Schritt weiter geht es, wenn nicht nur das Fellmuster, sondern das gesamte Tier aufs Shirt springt. Um sich diesem Trend vorsichtig anzunähern, eignen sich Socken am besten. Nur die Trägerin selbst weiß, dass sich im Schuh eine weise dreinblickende Eule verbirgt. Wobei der Vogel schon langsam ausgedient hat. "Zuerst kam die Eule, seit längerer Zeit ist der Fuchs aktuell", sagt Windoffer, "Hunde und Katzen gehen eigentlich immer. Ich selbst habe eine Hai-Handtasche. Aber da gucken die Leute manchmal ziemlich blöd, das muss man abkönnen."

Hunde und Katzen gehen immer. Shirt: Topshop.

(Foto: Daniel Hofer)

Eine Altersgrenze für Häschen und Haie gibt es nicht. Nur in den meisten Büros gilt das Tierverbot auch für Aufgedrucktes. Oder würden Sie jemanden ernst nehmen, der ein treudoof dreinblickendes Rehkitz auf der Brust trägt? Für Geschäftstermine - also wenn überhaupt - furchteinflößenden Animal Print wählen! Roar!

Und was kommt dann?

Gerade liegt die Fauna im Trend. Doch schon jetzt kündigt sich an, dass sie bald durch die Flora abgelöst werden könnte. "Tropic Prints sind gerade arg im Kommen", sagt Modebloggerin Windoffer. Wilde Farne auf weißen Hosen, exotische Blüten - in diesem Sommer wird auf unseren Klamotten so Manches sprießen, was wir sonst nur aus der Vegetation ferner Länder kennen. Rein optisch setzt sich in der Mode also der Vegan-Trend durch.

Während sich der Streichelzoo dann langsam aus dem Kleiderschrank verabschieden darf, sollten Wildkatze und Zebra unbedingt aufbewahrt werden. Denn wirklich aus der Mode kommen Tierprints wohl nie.

Die Modebloggerin
Jana Windorfer Instagram

Jana Windoffer, 25, bloggt seit fünf Jahren auf bekleidet.net über Mode und andere Dinge, die das Leben verschönern.

Wissen auch Sie nicht recht, wie mit einem bestimmten Trend umzugehen ist oder haben eine konkrete Frage? Schreiben Sie uns an leben@sz.de - Betreff: Modezirkus.

Produktionshilfe

Die Fotos in diesem Blog sind mit freundlicher Unterstützung und in den Räumlichkeiten von Oberpollinger München entstanden.

In der kommenden Woche widmet sich Violetta Simon hier im Modezirkus der Jeansjacke.