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Stilblog Modezirkus: Männer in kurzen Hosen:Bein zeigen - aber richtig

Für Auftritte wie diesen kann die kurze Hose nichts.

(Hose und Tanktop: Topman)

(Foto: Daniel Hofer)

Herren in kurzen Hosen haben ein Imageproblem, jedenfalls außerhalb von Campingplätzen. Daran sind sie selbst schuld. Nur wer die Regeln kennt, sollte den Auftritt wagen.

Die kurze Herrenhose hat keine Lobby, jedenfalls nicht im urbanen Lebensraum. Und das ist auch kein Wunder: Jahrzehntelang haben Männer den Ruf der Shorts ruiniert, indem sie Sandalen und weiße Socken zu bleichen, behaarten Beinen trugen. Wer dennoch das ästhetisch Unfassbare wagen und inmitten der Zivilisation Bein zeigen will, sollte zumindest die Regeln kennen.

Ganz allgemein kommt es beim Mann immer darauf an, welcher Typ er ist, ebenso auf sein Alter und seinen Stil. Vor allem aber sollte er abwägen, ob die Länge seiner Hose dem Anlass entspricht. "Am Strand oder bei einem entspannten Grillabend im Garten sind Shorts okay", sagt Stilberater Bernhard Roetzel. "Im Feinschmeckerrestaurant passen sie dagegen nicht."

Für Shorts gilt das gleiche wie für Chinos: Es darf derzeit gern auch mal pastellig sein.

(Hose: Etiqueta Negra; T-Shirt: Diesel; Segelschuhe: Timberland)

(Foto: Daniel Hofer)

Grundsätzlich sollten Shorts im Bermuda-Stil getragen werden. Das bedeutet: Nicht zu kurz, der Hosensaum endet etwas über dem Knie - lange Beine wirken in zu kurzen Shorts wie der Storch im Salat. Und nicht zu weit - dünne Beine sehen in Baggy-Shorts noch dünner aus.

... oder aber richtig schön knallig.

(Hose: Tommy Hilfiger; Hemd: Diesel; Schuhe: Polo by Ralph Lauren)

(Foto: Daniel Hofer)

Da Shorts strenggenommen ohnehin nur bei legeren Freizeitanlässen angebracht sind, kommen als Farbe vor allem Khaki, Weiß oder auch Marine in Frage. Wie bei Chinos sehen Bermudas aber auch in Knallfarben oder Pastelltönen gut aus, das verleiht dem Look den adretten "Preppy Style".

Die Schuhfrage

Dazu trägt der Mann am besten Bootsschuhe oder Pennyloafer ohne Strümpfe. "Originell ist der Kolonial-Look mit Khaki-Shorts, Kniestrümpfen und Schnürern", sagt der Stilberater.

Selbst wenn sie auf den Bermuda-Inseln zur klassischen Geschäftskleidung gehören: Im Büro haben kurze Hosen hierzulande selbst an heißen Tagen nichts verloren, findet Roetzel. "Ausnahmen sind Unternehmen, in denen es ausgesprochen locker zugeht." In jedem Fall sollte es ein Modell ohne Muster aus hochwertigem Stoff sein.

Wenn im Büro, dann bitte so.

(Hose: Gant; Hemd: Topman; Pullover und Tasche: Ted Baker; Segelschuhe: Timberland)

(Foto: Daniel Hofer)

Dazu trägt der Mann dunkle Socken und Lederschuhe - selbst Kniestrümpfe sind erlaubt. "Generell sollte man sich gut überlegen, ob Chinos nicht die bessere und erwachsenere Wahl sind", sagte Roetzel.

Im Zweifelsfall sollte man sich bei der Hosenfrage nach dem Chef richten - erscheint er kurzbehost zum Meeting, sind Hemmungen unangebracht. Selbstkritik hingegen nicht: Dicht behaarte, dünne, kalkweiße Beine ohne Waden sind nunmal kein schöner Anblick.

Der Gentleman

Bernhard Roetzel, 48, ist Autor diverser Bücher über den Gentleman und gibt Herren Tipps für die perfekte Garderobe.

Produktionshilfe

Die Fotos in diesem Blog sind mit freundlicher Unterstützung und in den Räumlichkeiten von Oberpollinger München entstanden.