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Ladies & Gentlemen:Für ihn: Noch einmal wie früher

Auch wenn man es nicht gleich vermutet - gerade bei den Männern ist das Thema Schmuck auf drollige Weise mit großer Romantik verknüpft. Und zwar nicht auf die superkapitalistische Tiffany-Art wie bei den Damen. Nein, das fängt bei jener zuckersüßen Teenie-Aktion an, bei der man seiner Spielplatzliebe in einem ersten Anflug von männlicher Pflichterfüllung einen Ring aus dem Kaugummiautomaten ansteckt und wirklich glaubt, man wäre der erste, der auf diese Weise die Großartigkeit der Liebe erkennt und würdigt. Weil man ja irgendwie ahnt, dass nicht in Diamanten der blöden Erwachsenen, sondern gerade in der bunten Plastikbanalität die eigentliche Wahrheit liegt. Naja. Später kommt dann eher so eine Männerbund-Romantik dazu, dank der Einlassbänder von denkwürdigen Festivals und Konzerten als stolze Abzeichen getragen werden. Auch wieder so ein Nicht-Schmuck voll tieferer Bedeutung, hach! Danach gabeln sich die Wege des Männerschmucks.

Die einen finden sich irgendwann mit einer stilisierten Soldaten-Hundemarke um den Hals wieder - ein eher falsch verstandener Testosteron-Verstärker mit der Botschaft, wonach Schmuck nur dann erlaubt ist, wenn er nebenher noch einen kriegswichtigen Zweck erfüllt. Und die anderen kehren eines Tages eben mit einem Surferkettchen um Arm oder Hals aus einem sehr langen Urlaub zurück. Diesen Style bedient der angesagte Etsy-Store von Simone à Bordeaux derzeit mit lauter Schmuck, der einem schon beim Anschauen das Salzwasser im Mund zusammen laufen lässt. Kein Wunder, dass diesen Sommer diese billigen bunten Kettchen überall und auch jenseits aller Strände zu finden sind. Wenn unter dem Asphalt der Strand ist, dann ist unter jedem Hemdkragen eben ein Surfer. Oder ein Mann, der gerne noch mal einen Sommer hätte wie damals, mit 23. Max Scharnigg

Mode Die skandalöse neue Bademode

Ladies & Gentlemen

Die skandalöse neue Bademode

Wer diesen Sommer am Strand Zeitgeist demonstrieren möchte, muss sich was trauen. Für Frauen und für Männer werden die Formate knapper.   Von Julia Werner und Max Scharnigg

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