Mode aus dem Gefängnis Häftlinge sind Macher und Models

Nähen ist ein weitverbreitetes Handwerk in Peru; Sticken und Stricken sind vor allem in der Provinz eine typische Beschäftigung. Viele Häftlinge haben schon vor ihrer Verurteilung in der Textilindustrie gearbeitet. Zudem hat die Herstellung von Bekleidung in den Gefängnissen weltweit Tradition. Doch während Sträflinge im 19. Jahrhundert ausgebeutet wurden, bietet ihnen die Arbeit beim Project Pietà neben dem Lohn eine indirekte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

Auch deshalb soll es weitergehen, über die Grenzen Perus hinaus. Thomas Jacobs sagt, dass er sich gut vorstellen kann, mit Vollzugsanstalten in aller Welt zusammenzuarbeiten. Sein Ziel ist es, die Bekanntheit der Marke so weit wie möglich auszubauen: um mehr Kleidungsstücke zu verkaufen, um noch mehr produzieren zu können und noch mehr Sträflingen die Chance auf eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu ermöglichen.

Als Models für das hauseigene Lookbook konnten sich ein paar der Pietà-Macher auch schon vor der Kamera ausprobieren. Diese Menschen seien das Gesicht der Marke, stellt Jacobs klar. Nicht er. Der Initiator selbst hat für die Zukunft seines Projektes vor allem einen Wunsch: "Dass Pietà auch auf der anderen Seite der Mauern weiterwachsen möge. Mit ehemaligen Häftlingen, in Freiheit."