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Ladies & Gentlemen:Es wird gewählt!

Kleider mit Botschaft: Jennifer Aniston und Tan France machen es vor.

(Foto: Instagram @JenniferAniston @tanfrance; Bearbeitung SZ)

Die US-Wahlen sind seit Wochen auch Thema bei den Instagram-Auftritten von Prominenten. Aber wie zeigt man stilvoll seine politische Haltung? Zwei Beispiele für ganz normalen Social-Media-Aktivismus.

Von Julia Werner & Max Scharnigg

Lässig lobenswert: Jennifer Aniston

(Foto: instagram @jenniferaniston)

Instagram ist hauptsächlich zum Verkaufen da, entweder von sich selbst oder von einem Produkt. Viele Frauen sind mit der richtigen Business-Strategie stinkreich geworden, von Kim Kardashian (Unterwäsche) über ihre Schwester Kylie Jenner (Lippenstifte) bis Gwyneth Paltrow (Kerzen mit Vaginaduft). Jennifer Aniston macht da nicht mit. Obwohl ihr Status als American Sweetheart die beste Voraussetzung wäre. Mit dieser Frau leidet und freut sich die ganze Welt - sie ist nett, sie ist lustig, aber sie wird die ganze Zeit von irgendwelchen Idioten verlassen. Außerdem ist sie so durchtrainiert wie ein Marvel-Superheld, dieser Frau würden wir ja wohl sofort jedes angepriesene Fitnesstool abkaufen! Stattdessen verkauft sie lieber Botschaften: Freunde, gerettete Hunde, Aufrufe zum Maskentragen und Wählen, so wie hier. Das ist wohl der Unterschied zwischen Zeug verkaufenden Stars und Megastars. Erstere sind Arbeitsbienen, letztere tun intuitiv einfach das, was richtig ist. Jen hatte bis vor zwei Jahren noch nicht mal einen Instagram-Account, aber als sie sich anmeldete, brach die Social-Media-Plattform kurzzeitig zusammen, weil ihr erster Post binnen 18 Stunden acht Millionen Likes generierte. Strategisch geplant war das nicht. Klar, der Jogginganzug, den sie hier beim Stimmeabgeben trägt, ist nicht so authentisch, wie er aussieht, der Used-Look wurde sicher teuer eingekauft. Aber er unterstreicht, was ihr wichtig ist. Aniston, die wahrscheinlich lässigste Instaverkäuferin der Welt. Talent kann man sich eben nicht erarbeiten.

Political Pink: Tan France

(Foto: Instagram @tanfrance; Bearbeitung SZ)

Farben haben sich in den vergangenen Jahren als unverzichtbare Marketing-Bestandteile friedlicher Revolutionen erwiesen. Klar, in einer bildlastigen Zeit ist so ein gemeinsames Farbkonzept breitenwirksamer als jede Parole. Außerdem ist es ein guter Service für den eiligen Nachrichtenkonsumenten, der damit auf seinem kleinen Bildschirm leichter erkennen kann, gegen welchen Despoten es in seinem Newsfeed gerade geht. In den USA hat sich Pink als Farbe für all jene etabliert, die mit den Verhältnissen unzufrieden sind - eine breite Allianz von "Planned Parenthood" bis "Black Lives Matter" steht dahinter, ursprünglich soll die Signalfarbe für die Stärkung von Frauenrechten stehen - und eine Referenz an die Pink Pussy Hats von 2017 sein. Auch Männer dürfen mitmachen, wie man hier an "Queer Eye"-Star Tan France sieht. Pink hatte in der Herrengarderobe ja bisher ungefähr zwei nennenswerte Assoziationen: Den Hype um die Marke "Think Pink!" in den 80er- und 90er-Jahren und den britischen Schneider und Hemdenspezialisten Thomas Pink, bei dem die Farbe freilich nur in homöopathischen Dosen eingesetzt wird. Dabei betont sie, selbstbewusst getragen, sehr gut die maskulinen Attribute. Ein ganzer Anzug damit wäre vielleicht zu viel des Grellen, aber so wie hier, mit einer neutralen Erdung, ist es irgendwie hart und zart zugleich. Keine schlechte Wahl für eine Protestfarbe!

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