Kolumne: Gewusst wie:Fruchtfliegen loswerden

Kolumne: Gewusst wie: Eine Fruchtfliegenfalle ist mit einem Schälchen Wasser, Essig und einem Spritzer Spülmittel schnell gemacht.

Eine Fruchtfliegenfalle ist mit einem Schälchen Wasser, Essig und einem Spritzer Spülmittel schnell gemacht.

(Foto: imago/blickwinkel)

Obst und gärende Lebensmittel ziehen sie an. Was kann man gegen die lästigen Tierchen in der Küche tun?

Von Ingrid Brunner

Trotz des alarmierenden Insektensterbens macht man sich um eine Spezies keine Sorgen: die Fruchtfliege. Für sie braucht es keine Insektenhotels. Denn der Mensch ist ohne es zu wollen bereits ein guter Gastgeber für die lästigen Biester, die einem mit steigenden Temperaturen wieder vor der Nase herumschwirren. Nicht genug damit, dass sie Obst und Gemüse belagern, sie stürzen sich auch mit Vorliebe ins Bierglas, schwimmen im Wein oder im Fruchtsaft.

Zucker- und hefehaltige Nahrungsmittel und Getränke ziehen Fruchtfliegen an. Gerade in der Küche. Gerne setzen sich die Mini-Fliegen auf reifes Obst und Gemüse, Bio- und Küchenabfälle sowie leere Flaschen, in denen sich noch Getränkerückstände befinden. Sogar in der Spülmaschine und in der Spüle, besonders im oberen Abfluss, können sie leben und ihre Eier ablegen.

Gesundheitsschädlich sind die Tierchen nicht, sie nerven nur. Fruchtfliegen bringt man häufig vom Einkauf mit nach Hause. Die Eier lagern auf reifem Obst, auch an fauligen Stellen. Ein Grund mehr, das Obst im Geschäft gut auf Dellen und Schäden abzusuchen. Bis zu 400 Eier legt ein befruchtetes Weibchen auf Früchten ab.

Der Duft einer halbierten Zitrone, gespickt mit Nelken, soll Fruchtfliegen fernhalten

Was also tun? Es muss nicht gleich die Chemiekeule sein, eine Fruchtfliegenfalle tut es auch. Und die ist schnell gemacht: Man mischt in einem Glas oder Schälchen Wasser mit Essig (alternativ Bier oder Saft) und einem Spritzer Spülmittel. Durch Letzteres verliert das Wasser seine Oberflächenspannung, sodass die Fliegen absinken und ertrinken. Wem dies zu brutal ist, lässt das Spülmittel weg, überzieht die Falle mit einer Frischhaltefolie und bohrt mit einer Nadel kleine Löcher hinein. So können die Fliegen zwar hinein, aber nicht wieder raus. Außerhalb der Wohnung kann man sie dann wieder in die Freiheit entlassen.

Auch Naturkorken in der Obstschale sollen die ungebetenen Gäste fernhalten. Ebenso der Duft einer halbierten Zitrone, gespickt mit Nelken.

Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, empfiehlt es sich, öfter den Müll rauszubringen, Leergut häufig zu entsorgen, die Spülmaschine öfter mal anzustellen sowie die Spüle nach dem Abwasch gut zu reinigen. Nach dem Einkauf sollte man Obst und Gemüse gründlich waschen und im Kühlschrank verstauen.

Wer übrigens denkt, Fruchtfliegen sind zu gar nichts nütze, irrt: Sie sind für Spinnen, Reptilien, Amphibien und Fische eine wichtige Nahrungsgrundlage. Sie bestäuben sogar Pflanzen und bauen organisches Material ab. Dadurch tragen sie auch zur Bodenfruchtbarkeit bei.

Auch aus der Genforschung ist die Fruchtfliege, dort besser bekannt als Drosophila melanogaster, nicht wegzudenken. Das Erbgut der Drosophila ist etwa in der Erforschung von Krankheiten bedeutsam: Ungefähr 60 Prozent der Fliegen-Gene finden sich beim Menschen in ähnlicher Form wieder, und rund 75 Prozent der Gene, die beim Menschen als Ursache einer Erkrankung bekannt sind, kommen auch in der Fliege vor.

Der Mensch verdankt der Fruchtfliege also einiges und ist ihr gar nicht so unähnlich. Ein Trost, wenn eine von ihnen sich demnächst in den Sundowner stürzt.

Kolumne: Gewusst wie: Die Autorin denkt jedes Mal, wenn sie Fruchtfliegen sieht, an ihr Biologie-Abitur. Im Genetik-Stoff wimmelte es geradezu von ihnen.

Die Autorin denkt jedes Mal, wenn sie Fruchtfliegen sieht, an ihr Biologie-Abitur. Im Genetik-Stoff wimmelte es geradezu von ihnen.

(Foto: Bernd Schifferdecker (Illustration))
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