WM-Streit:DFB will sich auf Seite der Uefa schlagen

Ceferin und Infantino

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin und Fifa-Boss Gianni Infantino stehen im Zentrum des neuesten WM-Streites.

(Foto: Mike Egerton/dpa)

Der Streit um den künftigen WM-Rhythmus eskaliert - und zwingt den deutschen Verband zu einer klareren Positionierung. Prominente Gesichter wie Guardiola, Klinsmann und Matthäus verteidigen den Fifa-Plan.

Der Streit um den künftigen WM-Rhythmus eskaliert und zwingt auch den Deutschen Fußball-Bund zu einer klareren Festlegung. Der DFB will sich in der Diskussion um den Vorschlag, alle zwei Jahre eine Endrunde auszutragen, gegen den Weltverband Fifa stellen und der harten Haltung von Europas Fußball-Union (Uefa) folgen. "Für mich ist klar, dass der deutsche Fußball sich an der Seite der Uefa und des Uefa-Präsidenten deutlich dagegen aussprechen wird, formal muss es aber noch am Freitag beschlossen und besprochen werden", sagte der DFB-Interimschef Peter Peters, der auch im obersten Führungsgremium der Fifa sitzt, dem Kicker. Am Freitag kommt das DFB-Präsidium zu seiner nächsten Sitzung zusammen. Bisher lautete die Position des Verbandes, dass er den traditionellen Vier-Jahres-Rhythmus "grundsätzlich für angemessen" halte.

In der vergangenen Woche hatte eine Beratergruppe der Fifa um den langjährigen Arsenal-Trainer Arsène Wenger offiziell vorgeschlagen, dass es von 2026 an alle zwei Jahre zu einer WM-Endrunde und in den Jahren dazwischen zu den kontinentalen Meisterschaften wie der EM kommen soll. Der Vorschlag stieß prompt auf heftige Kritik. Uefa-Boss Aleksander Ceferin brachte einen Boykott der europäischen Länder ins Spiel, zudem sprach sich der südamerikanische Kontinentalverband dagegen aus. Auch Vertreter aus der Bundesliga und viele internationale Trainer wie Jürgen Klopp äußerten sich klar ablehnend.

Als Unterstützer positionierte sich hingegen Manchester Citys Coach Pep Guardiola. "Ich freue mich immer, wenn neue Ideen auf den Tisch kommen", sagte der Spanier laut dem britischen Guardian: "Man darf Ideen nicht kriminalisieren." Auch die früheren deutschen Nationalspieler Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann warben um Verständnis für die Idee. Das Duo gehörte wie der Brasilianer Ronaldo und der Däne Peter Schmeichel zu einer Gruppe von insgesamt 40 früheren Fußballern, die sich in der Vorwoche bei einem Treffen mit Wenger für die WM-Reform ausgesprochen hatten. "Wir beschweren uns immer über die Strapazen der Spieler, aber man hätte es kompakter. Man hätte die ganzen Qualifikationsspiele in einen Monat gepackt", sagte Matthäus bei Sky, zeigte aber auch Verständnis für eines der Hauptargumente der Gegner: "Der Wert einer WM wäre nicht mehr der gleiche, wenn du doppelt so viele Weltmeisterschaften hast."

© SZ/SZ/jkn/aum
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