Chamonix 1924

Gruppenbild mit Damen: Ein eher seltenes Motiv bei der "Internationalen Wintersportwoche" - so der offizielle Name der im Februar 1924 durchgeführten Wettbewerbe. Frauen dürfen in Chamonix nur im Eiskunstlauf starten. Eiskunstlaufen dürfen die Männer auch, für sie steht außerdem nordischer Skisport, Bobfahren, Eishockey und Eisschnelllauf auf dem Programm. Ski alpin wird erst 1936 olympisch. Deutschland erhält sechs Jahre nach Ende des ersten Weltkrieges als "Kriegstreiber" keine Einladung zu den Wettbewerben.

Die "Internationale Wintersportwoche" findet im Rahmen der Sommerspiele von Paris 1924 statt. Erst 1926 erhalten sie nachträglich vom IOC den offiziellen Namen "Olympische Winterspiele".

Medaillenvergabe:

Den drei Medaillengewinnerinnen im Bild (v.l.n.r.: Herma Planck-Szabo, Österreich; Ethel Muckelt, Großbritannien; Beatrix Loughran, USA) stiehlt im Eiskunstlauf die erst elfjährige Norwegerin Sonja Henie die Show - obwohl die spätere Dreifacholympiasiegerin, vom deutschen Volksmund liebevoll "Häseken" genannt, hier nur Achte wird. 50 Jahre muss der amerikanische Skispringer Anders Haugen auf seine Bronzemedaille warten: In Chamonix springt er hinter Thorleif Haug auf Platz vier. 1974 stellt sich heraus: Die Jury hatte sich verrechnet. Im selben Jahr überreicht Anne-Marie Magnusson, die Tochter Haugs, dem inzwischen knapp 86-jährigen Haugen seine Medaille.

Foto: Getty Images

10. Februar 2010, 13:282010-02-10 13:28:00 ©