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Verletzter Philipp Lahm:"Wir sind schon noch beim Mia-san-mia"

Lahm bricht Training ab

Philipp Lahm ist noch verletzt - über die Geschicke seines Klubs macht er sich trotzdem Gedanken.

(Foto: David Ebener/dpa)

Der Bayern-Kapitän meldet sich vor dem Spiel gegen Donezk mit einem Appell an seine Mitspieler. In Buenos Aires kommt es zu einem Rekord-Tennismatch. Juventus Turin muss gegen Dortmund einen weiteren Profi ersetzen. Dirk Nowitzki schwächelt.

Fußball, FC Bayern: Philipp Lahm hat seine Kollegen beim FC Bayern vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League am Mittwoch gegen Schachtjor Donezk in die Pflicht genommen. "Der FC Bayern muss weiterkommen, schließlich wollen wir eine Topmannschaft sein und zu Europas absoluter Spitze gehören", sagte Lahm im Interview mit dem Fachblatt kicker. Das Hinspiel in der Ukraine endete 0:0, Münchens Xabi Alonso sah die Gelb-Rote Karte und fehlt am Mittwoch. "Wir sind gegen viele Gegner und absolut zu Recht der Favorit", sagte Lahm mit Blick auf Donezk: "Also liegt es an unserer eigenen Leistung, ob wir uns zu den Topmannschaften zählen dürfen oder nicht." Einen Mangel an Selbstvertrauen sieht Lahm nicht.

"Wir sind schon noch beim Mia-san-mia", meinte er. Überhaupt sei es derzeit ein Genuss, dem FC Bayern zuzusehen, fügte der Rekonvaleszent an, der kurz vor der Rückkehr ins Teamtraining steht. "Wir spielen einen sehr guten, sehr interessanten Fußball. Die Probleme, die wir in Wolfsburg hatten (1:4, d.Red.), haben wir wieder im Griff." Es sei "beeindruckend, mit welcher Energie und mit welchem Hunger wir spielen". Wenn er selbst wieder ran darf, möchte Lahm das am liebsten im Mittelfeld. Dort sehe ihn auch Trainer Pep Guardiola, meinte er. Dass er da neben Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger und Alonso spielen wird, könne er sich jedoch "nur schwer vorstellen", sagte Lahm.

Tennis, Davis Cup: Leonardo Mayer und Joao Souza haben mit ihrem Fünf-Satz-Krimi über 6:42 Stunden das längste Einzel in der Geschichte des Davis Cups gespielt. Mayers 7:6 (7:4), 7:6 (7:5), 5:7, 5:7, 15:13-Triumph am Sonntag in Buenos Aires bedeutete den 2:2-Ausgleich in der Erstrundenpartie zwischen Argentinien und Brasilien. Mayer verwandelte seinen elften Matchball. Die beiden Tennisprofis überboten damit John McEnroe (USA) und den Schweden Mats Wilander, die 1982 in St. Louis 6:22 Stunden auf dem Platz gestanden hatten. Die Partie war damals 9:7, 6:2, 15:17, 3:6, 8:6 für den Amerikaner ausgegangen. 1987 im legendären Play-off in Hartford gewann Boris Becker nach 6:21 Stunden mit 4:6, 15:13, 8:10, 6:2, 6:2 gegen John McEnroe. Das längste Davis-Cup-Match der Geschichte war 2013 das Doppel zwischen Tomas Berdych/Lukas Rosol und Marco Chiudinelli/Stan Wawrinka, das die Tschechen nach 7:01 Stunden mit 6:4, 5:7, 6:4, 6:7 (3:7), 24:22 gegen die Schweizer gewannen. In Buenos Aires musste das entscheidende Einzel zwischen Federico Delbonis und Thomaz Bellucci nach dem ersten Satz (6:3) wegen Dunkelheit abgebrochen werden. Die Entscheidung wurde somit auf Montag vertagt.

Champions League, Achtelfinale: Der italienische MeisterJuventus Turin muss im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals bei Borussia Dortmund am 18. März ohne Abwehrspieler Martin Caceres auskommen. Der 27 Jahre alte Nationalspieler Uruguays zog sich am Sonntag beim Training einen Bruch des linken Knöchels zu und wird am Montag operiert. Wie lange Caceres ausfallen wird, ist noch offen. Juventus Turin reist nach dem 2:1 im Hinspiel vor zwei Wochen mit einem Vorteil zum deutschen Vizemeister. Auch Mittelfeldlenker Andrea Pirlo könnte der "alten Dame" wegen einer Verletzung fehlen.

Basketball, NBA: Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks haben ihren Westküsten-Trip in der Basketball-Profiliga NBA mit einem glanzlosen Pflichtsieg beendet. Bei den Los Angeles Lakers setzte sich das Team um den deutschen Profi mit 100:93 durch. Nowitzki überzeugte nicht und kam auf nur zwölf Punkte sowie vier Rebounds, deutlich größeren Anteil am Erfolg hatte Topscorer Monta Ellis (31). Dallas, das auf seiner Reise zuvor klare Niederlagen bei den Portland Trail Blazers (75:94) und den Golden State Warriors (89:104) kassiert hatte, festigte mit dem 41. Sieg im 65. Saisonspiel den sechsten Platz im Osten.

Da die fünf kommenden Spiele allesamt zu Hause stattfinden, bietet sich den Mavericks die Chance, in der Tabelle wieder etwas zu klettern. Nach fast dreiwöchiger Zwangspause wegen Knöchelproblemen kehrte Chandler Parsons ins Aufgebot der Mavs zurück. Der Forward kam bei den Lakers, Vorletzter im Westen, auf elf Punkte. Ellis holte 26 seiner 31 Zähler in der zweiten Hälfte. Derweil gelang NBA-Topscorer Russell Westbrook beim 108:104 seiner Oklahoma City Thunder gegen die Toronto Raptors mit 30 Punkten, 17 Assists und 11 Rebounds das siebte Triple-Double der Saison.

Eishockey: Das Viertelfinale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft findet wie im Vorjahr ohne DEL-Rekordchampion Eisbären Berlin statt. Der Hauptstadtclub unterlag am Sonntag in einem dramatischen dritten Pre-Playoffspiel bei den Nürnberg Ice Tigers mit 2:3 (0:0, 0:2, 2:0/0:1) nach Verlängerung. Neben Nürnberg schaffte auch die Grizzly Adams Wolfsburg mit einem 3:2 (0:1, 2:1, 1:0) gegen die Krefeld Pinguine den Sprung in die Runde der letzten acht Teams ein, die am Mittwoch startet. Die Ice Tigers treffen auf den Hauptrunden-Ersten Adler Mannheim. Wolfsburg bekommt es mit dem Zweiten EHC München zu tun.

Yasin Ehliz (32. Minute) und Steven Reinprecht (37.) brachten die heimstarken Ice Tigers vor 5902 Zuschauern auf die Siegerstraße. Den Eisbären, die auch in der Vorsaison schon in den Pre-Playoffs gescheitert waren, gelang durch Jullian Talbot (42.) und Casey Borer (52.) der Ausgleich. In der Overtime schaffte Jason Jaspers nach 72:57 Minuten bei personeller Überzahl die Entscheidung. Damit blieb den Berlinern auch unter ihrem neuen Trainer Uwe Krupp in der Pre-Playoff-Serie "Best of Three" die große Enttäuschung nicht erspart. Nach ausgeglichenem Spiel vor 2895 Fans in Wolfsburg erzielte Tyler Haskins den entscheidenden Treffer für die Wolfsburger, der erst nach Videobeweis bestätigt wurde.

Ski alpin, Frauen: Im Endspurt um die Kristallkugeln im alpinen Ski-Weltcup hat Lindsey Vonn noch einmal ein Ausrufezeichen gesetzt. Die 30 Jahre alte US-Amerikanerin gewann am Sonntagmittag den Super-G in Garmisch-Partenkirchen und kann sich damit beim Weltcup-Finale ab 18. März im französischen Meribel neben dem Titel in der Abfahrt auch den Titel im Super-G holen. Vonn siegte auf der Kandahar vor Abfahrts-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin Tina Maze aus Slowenien (0,20 Sekunden zurück) und Super-G-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin Anna Fenninger aus Österreich (0,36). Im Super-G-Weltcup liegt sie damit vor dem letzten Rennen nun acht Punkte vor Fenninger - im Abfahrtsweltcup sind es 35 Punkte.

Im Gesamtweltcup liegt Vonn auf Rang drei, hat aber keine Chance mehr, in den Zweikampf zwischen Maze und Fenninger einzugreifen. Maze geht mit 44 Punkten Vorsprung auf Titelverteidigerin Fenninger, die am Samstag in der Abfahrt noch Rang zwei hinter Tina Weirather aus Liechtenstein und vor der Slowenin belegt hatte, in die abschließenden sechs Saisonrennen.

Ski alpin, Männer: Kjetil Jansrud aus Norwegen hat vorzeitig die Gesamtwertung im Super-G-Weltcup für sich entschieden. Beim vorletzten Rennen in dieser Disziplin im norwegischen Kvitfjell siegte der 29-Jährige bei schwierigen Pistenbedingungen vor dem Österreicher Vincent Kriechmayr (0,24 Sekunden zurück) und dem kanadischen WM-Zweiten Dustin Cook (0,33). Bester Deutscher war Andreas Sander (Ennepetal) auf Rang 21 (1,93). Josef Ferstl (Hammer) und Klaus Brandner (Königssee) schieden ebenso aus wie eine Vielzahl weiterer Fahrer, die mit der schwierigen Kurssetzung und dem weichen Schnee auf der Olympiapiste von 1994 nicht zurechtkamen.

Jansrud ist nach seinem insgesamt sechsten Saisonsieg beim letzten Super-G im Rahmen des Weltcupfinales ab 18. März im französischen Meribel nicht mehr einzuholen. Er tritt damit die Nachfolge seines Landsmannes Aksel Lund Svindal an, der die kleine Kugel im Super-G in den vergangenen drei Jahren gewonnen hatte. Für Jansrud ist es die erste Kugel überhaupt. "Es bedeutet mir viel. Im Heimrennen zu gewinnen und die Kugel zu sichern, ist einfach schön", sagte Jansrud. Seinen Rückstand im Gesamtweltcup auf den Österreicher Marcel Hirscher verkürzte er auf 52 Punkte, betonte aber: "Im Gesamtweltcup wird es sehr schwierig. Wenn Marcel so weiterfährt, dann ist es für mich nicht mehr möglich." Zugleich hat Jansrud beim Weltcup-Finale auch noch die große Chance, den Abfahrtsweltcup zu gewinnen. In dieser Wertung liegt er allerdings nur noch 20 Punkte vor Hannes Reichelt aus Österreich, der am Samstag die Abfahrt in Kvitfjell gewonnen hatte. Jansrud war dabei nur Siebter geworden.

Leichtathletik: Sprinterin Verena Sailer hat bei der Hallen-EM in Prag Bronze gewonnen. Im 60-Meter-Finale musste sich die 29-Jährige aus Mannheim am Sonntag in 7,09 Sekunden nur der niederländischen Favoritin Dafne Schippers und der Britin Dina Asher-Smith geschlagen geben. Schippers, Freiluft-Europameisterin über 100 und 200 Meter, gewann in der Weltjahresbestzeit von 7,05 Sekunden vor Asher-Smith (7,08). Sailer hatte bereits 2009 bei den Titelkämpfen in Turin Rang drei belegt. Ihre Clubkollegin Alexandra Burghardt und Rebekka Haase vom LV 90 Erzgebirge waren im Halbfinale ausgeschieden.

Die Wattenscheider Christian Blum und Julian Reus gewann anschließend Silber und Bronze über 60 Meter. Das Duo musste sich nur Hallen-Weltmeister Richard Kilty geschlagen geben. Der Brite gewann am Sonntag in 6,51 Sekunden vor Blum (6,58) und Reus (6,60). Lucas Jakubczyk aus Berlin wurde Sechster in 6,62 Sekunden.

Bob: Titelverteidiger Maximilian Arndt (Oberhof) hat sich bei der Heim-WM in Winterberg erneut zum Weltmeister im Viererbob gekrönt. Der 27-Jährige setzte am Sonntag vor Debütant Nico Walther (Riesa) durch, der für den ersten deutschen WM-Doppelsieg in der Königsdisziplin seit 2011 (Manuel Machata/Karl Angerer) sorgte. Top-Favorit Oskars Melbardis (Lettland) musste sich mit Rang drei begnügen. Francesco Friedrich (Oberbärenburg), der in der Vorwoche seinen WM-Titel im Zweier erfolgreich verteidigt hatte, belegte mit fünf Hundertstelsekunden Rückstand auf Melbardis den undankbaren vierten Platz.

Tennis, Davis-Cup: Philipp Kohlschreiber und Jan-Lennard Struff haben am Schlusstag des Erstrunden-Duells mit Frankreich ihre beiden bedeutungslosen Einzel gewonnen. Nachdem Kohlschreiber am Sonntag die französische Nummer eins Gilles Simon mit 7:6 (7:5), 6:4 bezwungen hatte, setzte sich Struff gegen Nicolas Mahut mit 7:6 (8:6), 6:3 durch und sorgte damit für den 2:3-Endstand. Die deutsche Niederlage hatte bereits nach dem verlorenen Doppel am Samstag festgestanden. Das Team des neuen Davis-Cup-Teamchefs Michael Kohlmann muss damit nun Mitte September in die Abstiegsrelegation. Der Gegner wird am 21. Juli ausgelost.

Golf: Deutschlands bester Golfer Martin Kaymer (Mettmann) liegt bei der World Golf Championship in Doral/Florida weiter im Mittelfeld des Leaderboards. Für die dritte Runde benötigte der 30-Jährige wie schon für die erste 71 Schläge und liegt nach seiner schwachen 76er-Runde am Freitag bei zwei über Par. Kaymer belegt damit den geteilten 29. Rang, von den Top Ten trennen ihn fünf Schläge. Marcel Siem spielte eine mäßige dritte Runde und kam mit 72 Schlägen ins Klubhaus, der 34-Jährige belegt den geteilten 63. Platz unter 74 Startern. J.B. Holmes ist der Sieg kaum noch zu nehmen: Der Amerikaner geht mit einer Fünf-Schläge-Führung in die letzte Runde, an Loch vier gelang ihm auf der dritten Runde ein Hole-in-one. Die Veranstaltung in Doral im US-Bundesstaat Florida ist mit 9,25 Millionen Dollar dotiert, der Sieger kassiert einen Scheck über 1,57 Millionen Dollar. Kaymer hatte das Turnier 2014 auf dem 58. Platz abgeschlossen.

Basketball: Dennis Schröder hat mit den Atlanta Hawks nach zuletzt sechs Siegen in Serie eine überraschende Niederlage kassiert. Das derzeit beste Team der NBA unterlag bei der zweitschlechtesten Auswahl der Nordamerika-Liga, den Philadelphia 76ers, am Samstag (Ortszeit) mit 84:92. Schröder zeigte mit 16 Punkten und sechs Assists eine ordentliche Leistung, konnte die 13. Saisonpleite der bereits für die Playoffs qualifizierten Hawks aber nicht verhindern. Coach Mike Budenholzer hatte seine Stammkräfte Paul Millsap, Kyle Korver und DeMarre Carroll geschont. "Das war nicht unser bester Abend", bekannte der Trainer.

Turnen: Reck-Spezialist Andreas Bretschneider hat beim Einturnen am Boden vor dem National Team Cup in Saarbrücken einen Achillessehnenriss erlitten und fällt für die gesamte vorolympische Saison aus. Der 25 Jahre alte Sportsoldat aus Chemnitz fehlt der deutschen Riege damit auch bei den Europameisterschaften Mitte April in Montpellier sowie den Welttitelkämpfen Ende Oktober in Glasgow. Der Sachse, in den vergangenen beiden Jahren Sieger am Königsgerät beim Turnier der Meister in Cottbus, hatte erst Ende Februar durch die Anerkennung des "Bretschneider" seitens des Weltverbandes FIG für Aufsehen gesorgt. Sein Doppelsalto mit anschließender Doppelschraube ist als H-Element geräteübergreifend das derzeit schwierigste Übungsteil im Kunstturnen überhaupt.

© Süddeutsche.de/sid/dpa/ebc
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