Usain Bolt:Mission erfüllt

Mit seinem Gold-Triple-Triple hat der Jamaikaner bei seinen letzten Olympischen Spielen Historisches geschafft. Nicht nur seine Rekorde werden fehlen, sondern auch seine Art.

Vor seinen Läufen bei den Spielen in Rio de Janeiro über 100, 200 und 4x 100 Meter hat Usain Bolt meist lässig mit Kopfhörern im Stadion getanzt, nach den Rennen mit der jamaikanischen Flagge und den Fans gejubelt. Mit einem unnachahmlichen Schlussspurt hat Bolt (im Bild ganz links) seine jamaikanischen Staffelkollegen Asafa Powell, Nickel Ashmeade und Yohan Blake (von links) in 37,27 Sekunden am Samstagabend zu Gold geführt und damit Historisches geschafft: das Triple-Triple in Gold. Neun Mal ist Bolt nun Olympiasieger, von den aktuellen Teilnehmern hat nur der Schwimmer Michael Phelps mehr Goldmedaillen (23) als der schnellste Mann der Welt. Bolt selbst hat keinen Zweifel an seiner Einzigartigkeit, er ist ja obendrein elfmaliger Weltmeister. "Seht ihr, ich bin der Größte!", sagte er nach dem gewonnen Staffel-Gold, einen Tag vor seinem 30. Geburtstag: "Meine Mission ist erfüllt. Ich hoffe, ich habe die Latte hoch genug gelegt, damit das niemand wieder schafft." Die Leichtathletik wird wohl nicht nur seine Rekorde, sondern auch seine Art vermissen. "Der Mann ist ein Genie. Seit Muhammad Ali hat niemand die Fantasie der Leute so angeregt", sagte IAAF-Präsident Sebastian Coe über Bolt, der eine "riesige Lücke" hinterlassen werde. Man könne diese zwar nicht "über Nacht füllen, aber es gibt große, talentierte Athleten da draußen". Ein Jahr will Bolt seinem Sport freilich noch erhalten bleiben, erst nach der WM 2017 in London soll endgültig Schluss sein - dann wird Usain Bolt das Rennen um seine Nachfolge wohl ganz entspannt beobachten.

© SZ vom 22.08.2016 / SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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