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Türkei:Salut-Streit

Die Pro-Militär-Geste von Fußballern sorgt für eine Kontroverse. Der türkische Botschafter in Deutschland spricht von einer "anti-türkischen Stimmung" in Deutschland, die Fußball-Verbände drohen mit Strafen; auch für Amateure.

Die höchsten Repräsentanten der Türkei verteidigen den Salut-Gruß der Fußballer, die deutschen Verbände drohen mit Strafen. Vor den Spielen am Wochenende ist die Gefahr von Nachahmern der Pro-Militär-Geste in allen Ligen groß. Der türkische Staatspräsident Erdogan begrüßte das Vorgehen seiner Nationalspieler, die mit dem Salutieren in der EM-Qualifikation die Offensive türkischer Streitkräfte in Nordsyrien gegen die Kurdenmiliz unterstützt haben. Auch der türkische Botschafter in Deutschland, Ali Kemal Aydin, übte Kritik am strengen Umgang mit dem Militärgruß und sprach von einer "anti-türkischen Stimmung" in Deutschland.

In Einzelfällen sorgten Nachahmer bereits für Wirbel. So präsentierten Jugendteams des bayerischen Klubs Türk FV Erlenbach mit dem Salutier-Jubel ihre neuen Trainingsanzüge. Die Verbände wollen bei Vorfällen im Amateurspielbetrieb durchgreifen. Der Bayerische Fußball-Verband wies "ausdrücklich" darauf hin, dass "jeder Fall zur Anzeige vor dem Sportgericht gebracht wird - mit empfindlichen Strafen". Ali Han, Präsident des Regionalligisten Berliner AK, will seinen Spielern den Militärgruß beim Samstags-Spiel in Meuselwitz (13.30 Uhr) dennoch nicht verbieten: "Das ist Meinungsfreiheit. Jeder soll entscheiden, ob er es macht oder nicht".

Eine klare Haltung hat dagegen Bundesligist Mainz 05. "Wir haben unsere Spieler für die Thematik und unsere Werte sensibilisiert. Wir haben klare Regeln und einen Verhaltenskodex der Uefa, der politische Äußerungen verbietet", betonte Sportchef Rouven Schröder.

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