Triathlon "Das war die absolute Hölle"

Jan Frodeno: Erfolgreich gequält auf Hawaii

(Foto: Bruce Omori/dpa)

Jan Frodeno ist nach dem erneuten Ironman-Sieg auf Hawaii fix und fertig. Der Drittplatzierte Patrick Lange erlebt einen "Cocktail aus Gefühlen".

Jan Frodeno hat mit seinem zweiten Sieg beim legendären Ironman auf Hawaii seine herausragende Stellung im Triathlon eindrucksvoll unterstrichen. Der 35-Jährige verteidigte am Samstag (Ortszeit) bei dem Klassiker seinen WM-Titel aus dem Vorjahr erfolgreich. "Ich habe noch nie so sehr gelitten", sagte der gebürtige Kölner in der ARD völlig ausgepumpt. "Das war die absolute Hölle. Ich habe versucht, das alles zu genießen. Aber ich habe noch nie so sehr gelitten", sagte der Kölner.

Nach 3,86 Kilometern Schwimmen, 180,2 Kilometern Radfahren und einem Marathon-Lauf lag Frodeno im Ziel auf dem Alii Drive in Kailua Kona etwas mehr als dreieinhalb Minuten vor Sebastian Kienle aus Mühlacker. Dritter wurde bei der 40. Auflage des Rennens der überraschend starke Hawaii-Debütant Patrick Lange aus Bad Wildungen. Es ist das erste Mal seit 1997, dass drei Deutsche auf dem Podium standen. In Andreas Böcherer als Fünfter und Boris Stein als Siebter kamen noch zwei weitere Deutsche unter die Top Ten.

Frodeno ist auch der erste Deutsche, dem die erfolgreiche Titelverteidigung auf Hawaii gelang. Zudem ist der Weltrekordler der zweite Deutsche nach Normann Stadler (2004/2006), der zweimal das bedeutendste Langstrecken-Rennen der Welt gewinnen konnte. Der Schweizerin Daniela Ryf gelang bei den Frauen wie Frodeno die erfolgreiche Titelverteidigung. Die 29-Jährige siegte mit dem Streckenrekord von 8:46:46 Stunden. Sie war über fünf Minuten schneller als Mirinda Carfrae 2013. Die dreimalige Hawaii-Gewinnerin aus Australien wurde diesmal mit weitem Abstand Zweite vor der Amerikanerin Heather Jackson. Anja Beranek aus Fürth erreichte einen starken vierten Platz.

Frodeno galt als großer Favorit vor der acht Stunden dauernden Tortur in dem Paradies im Pazifischen Ozean. Allein dem zweimaligen Europameister Kienle war zugetraut worden, den Olympiasieger von 2008 zu gefährden. "Ich war heute wieder ganz klar der Erste - der erste Verfolger von Jan", meinte Kienle mit einem Lächeln im Ziel. "Es war heute hart. Ich hoffe, ich habe dem Jan es heute so schwer gemacht wie möglich."