Tod der Schiedsrichter-Zwillinge Methe:"Ich bin mehr als tief betroffen"

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"Der tragische Tod zweier unserer besten Schiedsrichter hat mich geschockt. In ihrer langjährigen, auch international hochklassigen Karriere, hat mich das Auftreten der beiden immer sehr beeindruckt. Ihr Tod macht mich tieftraurig", sagte DHB-Präsident Ulrich Strombach am Samstagmorgen. DHB-Schiedsrichterchef Peter Rauchfuß erklärte: "Der Verlust ist nicht zu beschreiben. Ich bin mehr als tief betroffen und weiß nicht, wie wir die Sache verarbeiten sollen." Und fügte an: "Das ist ein Schicksalsschlag - da zählen für mich nur die Familien. Bernd und Reiner waren zwei der besten Schiedsrichter der Welt. Sie konnten auf zwei starke Familien, die ihnen immer zur Seite gestanden haben, vertrauen. So ein Leid und Schmerz - das ist unfassbar."

Auch Horst Bredemeier, Vize-Präsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB), war angesichts der Tragödie entsetzt. "Das ist ein Riesenverlust für die Familien. Mein erster Gedanke ist bei ihnen, da muss der Handball zurücktreten. Natürlich verlieren der internationale und der deutsche Handball eines seiner renommiertesten Gespanne, aber das ist zweitrangig", sagte Bredemeier der dpa.

Methe/Methe waren seit 1987 Schiedsrichter, seit 1988 pfiffen sie als Gespann. Seit 1993 gehörten sie zum DHB-Kader und kamen auf 670 DHB-Spiele. Seit 1998 standen sich auch im EHF/IHF-Kader und wurden internationalem 206 Mal eingesetzt. So pfiffen sie unter anderem Spiele bei der WM 2007, bei der EM 2010 leiteten sich das Finale zwischen Kroatien und Frankreich.

Die 47-Jährigen sollten am Sonntag in der Champions League zum Einsatz kommen. Die beiden Hessen waren für das Frauen-Spiel zwischen RK Krim Ljubljana und Larvik HK angesetzt. Sie waren auch für die Frauen-Weltmeisterschaft in Brasilien im Dezember nominiert worden.

Die HBL berät derzeit, wie man das Gedenken an die beiden Referees in Ehren halten und auch deren Familien unterstützen kann. "Sie sollen wissen, dass wir nicht nur aus sportlicher Sicht zu ihnen standen", sagte Bohmann.

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