Tennis:Zum Abschluss ein Finale

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Tennis: Kraftakt in Turin: Zum fünften Mal in dieser Saison duelliert sich Alexander Zverev mit Novak Djokovic - und gewinnt wie bei Olympia.

Kraftakt in Turin: Zum fünften Mal in dieser Saison duelliert sich Alexander Zverev mit Novak Djokovic - und gewinnt wie bei Olympia.

(Foto: Marco Bertorello/AFP)

Alexander Zverev schlägt den Weltranglistenersten Novak Djokovic in drei Sätzen - und steht erneut im Endspiel der ATP Finals. Den letzten Akt des Jahres in Turin bestreitet er nun gegen den russischen Titelverteidiger Daniil Medwedew.

Alexander Zverev hat wie bei Olympia gegen Novak Djokovic gewonnen und kann seine turbulente Saison in seinem letzten Tennisspiel des Jahres mit einem prestigeträchtigen Titel veredeln. Mit 7:6 (4), 4:6, 6:3 zog der Olympiasieger am Samstagabend beim Saisonfinale in Turin ins Endspiel ein. Dank seiner besten Vorstellung in diesem Turnier in einem hochklassigen und packenden Match wiederholte der 24-jährige Hamburger seinen Coup von den Sommerspielen in Tokio, wo er ebenfalls in der Runde der besten Vier gegen den Weltranglistenersten triumphiert hatte.

Den Schlussakt seines erfolgreichen Jahres bestreitet Zverev an diesem Sonntag (17 Uhr) gegen den russischen Titelverteidiger Daniil Medwedew, der sich souverän 6:4, 6:2 gegen den norwegischen Außenseiter Casper Ruud durchsetzte. Zverev hatte gegen den US-Open-Gewinner in der Vorrunde knapp im Tiebreak des dritten Satzes verloren und seine fünfte Niederlage gegen ihn in Serie kassiert. Vor drei Jahren hatte er bei den ATP Finals - damals in London - den Titel im Endspiel gegen Djokovic gewonnen.

"Es war ein fantastisches Match. Wir haben fünfmal in diesem Jahr gespielt, jedes Mal war es ein Kampf", sagte Zverev. Er bekundete Respekt für Djokovic und blickte schon auf das Endspiel und seinen Gegner Medwedew. "Ich habe gegen ihn 8:6 im Tiebreak des dritten Satzes verloren. Ich werde mein Bestes versuchen. Ich denke, es ist ein großartiges Endspiel", meinte der glückliche Finalist.

Bei der Turin-Premiere des Wettbewerbs zeigte Zverev vor gut 7000 Zuschauern gegen den Routinier eine bemerkenswerte Leistung. In der stimmungsvoll beleuchteten Halle konnte sich Deutschlands bester Tennisspieler einmal mehr auf seinen Aufschlag verlassen, der selbst gegen den hervorragenden Returnspieler Djokovic oft zum Punktgewinn führte. "Es wird viele längere Ballwechsel geben, wir werden mehr laufen, wir werden mehr leiden", hatte Zverev vorausgesagt und damit im Vergleich zum Vorrundenspiel gegen den Polen Hubert Hurkacz recht behalten.

"Die Saison ist Wahnsinn bisher", findet Zverev

Besonders bei 4:5 aus seiner Sicht war das der Fall: Zverev hatte erstmals Probleme bei eigenem Aufschlag und musste einen Satzball des Topfavoriten abwehren. Doch er schlug sich auch in den längeren Ballwechseln gegen den Australian-Open-, French-Open- und Wimbledon-Sieger stark. Zwar konnte auch er seine einzigen beiden Breakmöglichkeiten im folgenden Aufschlagsspiel des Serben nicht nutzen - die Konsequenz war der Tiebreak in Satz eins. Doch diesen sicherte sich Zverev mit mutigem Spiel verdient.

Nach dem Gewinn des ersten Durchgangs war Zverev wieder früh auf seiner Seite, als sich Djokovic noch ein frisches T-Shirt überstreifte: Ganz so, als wolle er dem 34-Jährigen auch damit zeigen, dass er bereit sei, ihn zu bezwingen. Mental schien Zverev in den vergangenen Wochen kaum zu bremsen zu sein, auch gestärkt von seiner neuen Freundin Sophia Thomalla. Doch zum 4:5 gab Zverev erstmals seinen Aufschlag ab. Vier Satzbälle bekämpfte er dann erfolgreich, beim fünften war er machtlos.

Bei den US Open in New York im September hatte sich Zverev dem Tennis-Rekordesammler in fünf Sätzen geschlagen geben müssen. Diesmal konnte es maximal drei Durchgänge geben. Der 18-malige Turniersieger aus Hamburg setzte sich mit dem Spielgewinn zum 3:1 bei Aufschlag von Djokovic ab und ließ den Gegner nicht mehr zurückkommen. "Die Saison ist Wahnsinn bisher", hatte Zverev bereits vor rund drei Wochen in Wien bilanziert, wo er seinen fünften Turniersieg 2021 sicherte. Die Goldmedaille im Sommer war der emotionale Höhepunkt. Der Sieg in Japan hatte ihm noch einen Schub verliehen.

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