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Tennis:Thiem verwandelt sechsten Matchball

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Hat es ins Finale geschafft: Dominic Thiem

(Foto: AFP)

Der Österreicher ringt Djokovic nieder und erreicht das Endspiel bei den ATP-Finals. Niko Kovac siegt mit Monaco gegen PSG. 1860 spielt 0:0.

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Tennis, ATP-Finals: US-Open-Champion Dominic Thiem steht bei den ATP Finals in London zum zweiten Mal nacheinander im Endspiel. Der Österreicher schlug im Halbfinale den Weltranglistenersten Novak Djokovic aus Serbien nach einem Nervenkrimi über 2:54 Stunden mit 7:5, 6:7 (10:12), 7:6 (7:5) und trifft am Sonntag auf Rafael Nadal (Spanien) oder Daniil Medwedew (Russland). Djokovic wehrte im Tiebreak des zweiten Satzes vier Matchbälle ab und erzwang einen dritten Durchgang. Es ging erneut in den Tiebreak, Thiem nutzte nach einem 0:4-Rückstand seinen sechsten Matchball. Der an Position drei gesetzte Thiem (27), im Vorjahr am Griechen Stefanos Tsitsipas gescheitert, feierte seinen 300. Sieg auf der ATP-Tour. Djokovic verspielte dagegen die Chance auf seinen sechsten Titel bei den ATP Finals und wird auch in diesem Jahr nicht mit Rekordsieger Roger Federer (Schweiz) gleichziehen. Djokovic, der die deutsche Nummer eins Alexander Zverev (Hamburg) im letzten Gruppenspiel mit einem Sieg aus dem Turnier geworfen hatte, war beim Event zuletzt 2015 erfolgreich. Zverev hatte 2018 beim prestigereichen Jahresabschluss triumphiert, 2019 schied der 23-Jährige im Halbfinale aus.

Fußball, Frankreich: Angeführt von Kevin Volland hat die AS Monaco die Siegesserie von Paris Saint-Germain in der französischen Fußballmeisterschaft gestoppt. Nach einer packenden Aufholjagd in der zweiten Halbzeit durften sich die Monegassen von Trainer Niko Kovac am Freitagabend über einen 3:2 (0:2)-Sieg freuen. PSG musste dagegen nach acht Siegen nacheinander die erste Niederlage hinnehmen - und das vor dem wichtigen Heimspiel in der Champions League gegen RB Leipzig am kommenden Dienstag und trotz des Comeback von Neymar.

Nach dem Doppelpack durch Kylian Mbappe (25.,37./Elfmeter) ging PSG mit einem 2:0 in die Pause. Monaco drehte aber nach dem Seitenwechsel auf - allen voran Volland. Der 28 Jahre alte Angreifer, der Anfang September von Bayer 04 Leverkusen ins Fürstentum gewechselt war, erzielte in der 52. den Anschluss- und in der 65. Minute den Ausgleichstreffer im Stade Louis II.

PSG-Trainer Thomas Tuchel brachte nach einer Stunde Neymar, der rund drei Wochen wegen einer Oberschenkelverletzung pausiert hatte. Es half aber nichts. In den Schlussminuten wurde Volland im Strafraum von Abdou Diallo gefoult - Rote Karte für den PSG-Profi und Elfmeter für Monaco, den Cesc Fabregas (84.) zum Siegtreffer verwandelte. In der Tabelle kletterte die AS zunächst auf Rang zwei mit nur noch vier Punkten Rückstand auf PSG.

Ski alpin, Levi: US-Skirennläuferin Mikaela Shiffrin hat sich beim Comeback nach 300 Tagen mit einem zweiten Platz im Weltcup zurückgemeldet. Die beste Alpin-Sportlerin der Gegenwart musste sich am Samstag im Slalom finnischen Levi nur ihrer Dauerrivalin Petra Vlhova aus der Slowakei um 0,18 Sekunden geschlagen geben. Dritte wurde Katharina Liensberger aus Österreich (+0,57).

Shiffrin hatte wegen des Todes ihres Vaters im vorigen Winter, der Corona-Pandemie und zuletzt einer Rückenverletzung in Sölden exakt 300 Tage kein Rennen mehr bestritten. Die deutschen Fahrerinnen verpassten in Levi die Top 15: Lena Dürr kam auf Platz 17, Andrea Filser wurde 23., Marina Wallner landete auf Rang 24. Am Sonntag (10.15/13.15 Uhr/ARD und Eurosport) steht in Lappland ein weiterer Slalom der Damen auf dem Programm.

Skispringen, Wisla: Die deutschen Skispringer sind in Wisla mit einem starken zweiten Platz im Teamwettbewerb in den WM-Winter gestartet. Markus Eisenbichler, Karl Geiger, Constantin Schmid und Pius Paschke mussten sich mit 1069,3 Punkten nur dem WM-Zweiten Österreich (1078,0) geschlagen geben. Dritter wurde Gastgeber Polen (1061,5), Olympiasieger Norwegen (1024,2) lag auf Rang vier bereits deutlich zurück. Dreifach-Weltmeister Eisenbichler brachte als Schlussspringer mit einem Flug auf 127,0 m den zweiten Platz unter Dach und Fach. Nach dem ersten Durchgang hatte das DSV-Quartett noch hauchdünn vor Österreich in Führung gelegen. Der ewige Rivale schlug mit Stefan Kraft, Daniel Huber, Michael Hayböck und Philipp Aschenwald jedoch zurück und bescherte dem neuen Cheftrainer Andreas Widhölzl einen Start nach Maß. In der vergangenen Saison hatten die deutschen Adler den Saisonauftakt in Wisla mit Rang fünf noch gründlich verpatzt. Einen Sieg zum Start hatte es zuletzt 2015 in Klingenthal gegeben.

Fußball, 3. Liga: Dynamo Dresden hat das Ost-Duell in der 3. Fußball-Liga mit Hansa Rostock gewonnen und sich in der Spitzengruppe festgesetzt. Das Team von Cheftrainer Markus Kauczinski bezwang die Hansa am Samstag im Rostocker Ostseestadion mit 3:1 (3:1). Patrick Weihrauch fing in der 14. Minute einen zu kurz geratenen Rückpass ab und legte im Strafraum quer auf Christoph Daferner, der nur noch einschieben musste. Nach den Treffern von Marco Hartmann (30.) und Ransford Königsdörffer (41.) schien das Spiel bereits entschieden, doch Rostock kam durch Pascal Breier zum 1:3 (43.). Mehr gelang der Hansa aber trotz bester Chancen in der zweiten Halbzeit nicht. Mit 19 Punkten nach elf Spielen stehen die Dresdner zumindest vorübergehend auf Aufstiegsplatz zwei. Der FC Ingolstadt kann mit einem Sieg am Sonntag gegen den 1. FC Magdeburg noch an den Sachsen vorbeiziehen (15.00 Uhr/Magentasport). Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken kam trotz zweimaliger Führung nicht über ein 3:3 (2:2) gegen den SV Wehen Wiesbaden hinaus, bleibt aber mit 23 Zählern Tabellenführer. Aufstiegskandidat TSV 1860 München trennte sich vom KFC Uerdingen 0:0, auch beim FSV Zwickau gegen Waldhof Mannheim fielen keine Tore. Der kriselnde 1. FC Kaiserslautern verpasste beim 1:1 (1:0) gegen den Halleschen FC zwar den zweiten Saisonerfolg, bleibt aber immerhin zum vierten Mal in Folge ungeschlagen. Wegen insgesamt 13 positiver Corona-Tests bei Spielern und Mitarbeitern des SV Meppen wurde die für Samstag geplante Partie des Schlusslichts gegen Türkgücü München abgesagt. Der MSV Duisburg bleibt auch mit dem neuen Trainer Gino Lettieri tief in der sportlichen Krise. Der ehemalige Bundesligaclub unterlag dem SC Verl am Freitagabend deutlich mit 0:4. Nach dem nun fünften sieglosen Spiel in Serie bleiben die Zebras auf einem Abstiegsplatz.

Fußball, Frankreich: Olympique Lyon hat mit der früheren Nationalmannschafts-Kapitänin Dzsenifer Marozsan erstmals nach wettbewerbsübergreifend 73 Spielen wieder eine Niederlage hinnehmen müssen. Der Meister und Champions-League-Sieger unterlag in der Ligue 1 bei Paris St. Germain um Nationalspielerin Sara Däbritz mit 0:1 (0:1).

Damit ging OL erstmals seit dem ebenfalls mit 0:1 gegen PSG verlorenen Pokalfinale 2018 geschlagen vom Platz. Wie vor gut zweieinhalb Jahren erzielte die französische Nationalspielerin Marie-Antoinette Katoto im Prinzenpark den Siegtreffer für Paris.

Lyon, das die vergangenen fünf Champions-League-Titel und in der Ligue 1 die letzten 14 Meisterschaften gewonnen hatte, musste durch das Ende seiner Erfolgsserie nach seinem standesgemäßen Saisonstart mit acht Siegen die Tabellenführung an PSG abgeben. In Frankreichs erster Liga hatte Lyon sogar in den vorangegangenen 80 Spielen seit Dezember 2016 keine Niederlage kassiert. Lyons letzter Liga-Bezwinger war wiederum PSG durch einen 1:0-Sieg.

Fußball, Auszeichnung: Torjäger Erling Haaland vom Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund ist zum "Golden Boy" des Jahres gekürt worden. Diese Auszeichnung erhält seit 2003 der beste U21-Spieler in Europa, im Vorjahr hatte der Portugiese Joao Felix (Atletico Madrid) die Abstimmung der italienischen Zeitung Tuttosport unter europäischen Sportjournalisten gewonnen.

Der Norweger Haaland ist nach Mario Götze (2011) der zweite BVB-Profi, der sich den Award sichert. Zudem ist der 20-Jährige der erste skandinavische "Golden Boy". Tuttosport bezeichnete Haaland als "Tsunami aus Fleisch und Blut". Aus der Bundesliga landeten zudem Alphonso Davies (Bayern München) auf Rang drei und Haalands BVB-Kollege Jadon Sancho auf dem vierten Platz in den Top 5. Der Titel als "Web Golden Boy", der per Online-Abstimmung unter Fans vergeben wird, ging an Ansu Fati vom FC Barcelona, Zweiter der Hauptabstimmung. Zum "Golden Girl" wurde Asia Bragonzi von Hellas Verona gekürt.

Wintersport, Bob: Bob-Olympiasiegerin Mariama Jamanka vom BRC Thüringen hat den Weltcup-Auftakt im lettischen Sigulda gewonnen. Mit der Wiesbadenerin Vanessa Mark setzte sie sich am Samstag nach zwei Läufen mit 0,13 Sekunden Vorsprung gegen die Österreicherinnen Katrin Beierl/Jennifer Onasanya durch. Auf Rang drei kam die Wiesbadenerin Kim Kalicki mit ihrer Magdeburger Anschieberin Annabel Galander.

Die deutsche Meisterin Laura Nolte stürzte im ersten Durchgang nach einem Fahrfehler und rutschte auf der Seite liegend ins Ziel. Mit ihrer Anschieberin Deborah Levi (beide BSC Winterberg) verzichtete sie auf einen Start im zweiten Durchgang. Im Finallauf stürzte dann auch noch die Schweizerin Martina Fontanive.

Der sportliche Wert des Rennens war schon vor dem Start fraglich. Mit neun Schlitten aus den Nationen Schweiz, Polen, Rumänien, Österreich und Polen war es eher ein Europacup-Rennen. Die Topnationen aus den USA, Kanada und Russland fehlten allesamt.

© SZ.de/dpa/sid/chge
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