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Tennis:Adieu bis Australien

Andreas Mies.

(Foto: Frank Augstein / AP)

Das deutsche Doppel Krawietz/Mies scheidet in der Vorrunde aus. Damit hatten sie nicht gerechnet, ihren Rückflug hatten sie erst für Dienstag gebucht - nach dem Finale.

Andreas Mies hatte sich viel vorgenommen für den Saisonabschluss, ein Vorrundenaus bei den ATP Finals in London hatte der zweimalige French-Open-Sieger bei seiner Urlaubsplanung allerdings nicht einkalkuliert. "Ich habe den Flug optimistisch für Dienstag gebucht, weil ich guter Dinge war, dass wir bis Sonntag hierbleiben", sagte Mies. Doch wie schon im Vorjahr steigt das Finale am Sonntag ohne den Kölner Andreas Mies und seinen Coburger Doppelpartner Kevin Krawietz.

"Das ist natürlich enttäuschend und schade", sagte Mies nach der verpassten Qualifikation für das Halbfinale beim Abschlussturnier der acht Jahresbesten. Denn der 30-Jährige war überzeugt, dass viel mehr möglich gewesen wäre. "Wenn wir unser Potenzial ausschöpfen, glaube ich, dass wir diese Turniere gewinnen können", sagte Mies: "Wenn wir unser Tennis auf den Platz bringen, spielen wir so mächtig, dass wir ganz vorne dabei sind." Doch die Voraussetzungen waren diesmal offensichtlich nicht gegeben. Trotz der Enttäuschung in London können die Mies/Krawietz aber ein erfreuliches Fazit dieser ungewöhnlichen Saison ziehen: Schließlich steht die erfolgreiche Titelverteidigung bei den French Open über allem. Doch das Davis-Cup-Doppel will mehr. "Alle wichtigen Titel" will Mies irgendwann mal gewonnen haben, wie er im Vorfeld gesagt hatte, und auch die Spitze der Weltrangliste im Doppel ist das Ziel. Deshalb beginnt nach zwei Wochen Urlaub schon wieder das Training für die neue Saison - auch wenn dahinter noch Fragezeichen stehen.

"Wie die Vorbereitung genau aussieht, wissen wir auch nicht", sagte Krawietz. Ursprünglich hatte das Duo geplant, schon am 15. Dezember nach Australien zu fliegen und sich optimal auf die Australian Open (18. bis 31. Januar) vorzubereiten. Aufgrund der strengen Corona-Politik des Landes wird daraus aber nichts. "Der Stand ist, dass wir nicht vor dem 1. Januar einreisen dürfen", erklärte Mies. Und das sorgt für Probleme, denn nach der Landung in Melbourne ist eine 14-tägige Quarantäne zwingend vorgeschrieben. Noch ist unsicher, ob die Profis währenddessen in einem abgeschlossenen Terrain, einer so genannten Blase, trainieren oder Vorbereitungsturniere spielen dürfen. Sofern es diese Wettkämpfe überhaupt gibt. "Noch ist nicht ganz klar, wie viele Turniere dann sind", sagte Mies: "Es steht auch im Raum, dass man nur die Australian Open spielt."

Umso wichtiger ist es daher für beide, die kurze Erholung zu nutzen. "Ich habe nach wie vor ein, zwei Wehwehchen und versuche, die gut auszukurieren", sagte Mies, der sich schon seit zwei Monaten mit einer schmerzhaften Kniereizung herumplagt: "Und dann hoffe ich, dass ich in zwei Wochen wieder gesund starten kann." Es stehen ja noch einige Ziele auf dem Wunschzettel des bestens deutschen Tennis-Doppels.

© SZ vom 21.11.2020 / sid
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