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Sport kompakt:Robben vor Comeback

Der Bayern-Spieler scheint seine Verletzung überraschend schnell auskuriert zu haben, die Fußball-Nationalelf beschert Honduras einen neuen Feiertag, Astana hat einen neuen Teamchef.

Stürmerstar Arjen Robben steht nur zwei Wochen nach einer Knie-Operation vor einem Blitz-Comeback beim FC Bayern München. Der niederländische Fußball-Nationalspieler wird am Samstag im Bundesliga-Spiel des deutschen Rekordmeisters beim SC Freiburg zumindest wieder auf der Bank sitzen, kündigte Trainer Louis van Gaal am Donnerstag an. "Robben ist unglaublich schnell zurück", erklärte van Gaal. Zwei Monate nach einem Zehenbruch ist der genesene Kapitän Mark van Bommel ebenso wie Weltmeister Luca Toni ein Kandidat für die Startelf in Freiburg. Insbesondere die Rückkehr van Bommels sei "sehr wichtig" für Ordnung und Führung auf dem Platz, betonte van Gaal. Derweil erwägt Verteidiger Breno, den Fußball-Rekordmeister im Winter zu verlassen. Sollte sich bis dahin nichts an seiner Reservistenrolle ändern, müsse er sich einen neuen Klub suchen, sagte der Brasilianer der Bild-Zeitung.

Als die erste WM-Teilnahme seit 28 Jahren für Honduras perfekt war, rief Präsident Roberto Micheletti den Donnerstag spontan zum Feiertag für das mittelamerikanische Land aus. Er danke Gott, "weil er uns dieses Glück beschert hat", sagte der Staatschef unmittelbar nach dem 1:0-Sieg der Honduraner in El Salvador, mit dem das Ticket für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika gelöst wurde.

Der Franzose Yvon Sanquer wird Chef beim Astana-Team des zweifachen Tour-de-France-Gewinners Alberto Contador (Spanien). Die Verpflichtung durch die kasachischen Finanziers des umstrittenen Radsport-Teams, in dem 2010 die aus ihren Dopingsperren zurückgekehrten Alexander Winokurow und Andrej Kaschetschkin fahren werden, meldete am Donnerstag die L'Équipe. Sanquer leitete in den Jahren von 1999 bis 2001 die Geschicke der früheren Festina-Equipe, die 1998 für einen Tour-Doping-Skandal gesorgt hatte und komplett aus dem Rennen genommen wurde. Mit der Verpflichtung des Franzosen erhielt auch der Ex-Teamchef Johan Bruyneel die Freigabe. Der Belgier wird kommende Saison der RadioShack-Mannschaft des Seriensiegers Lance Armstrong vorstehen, mit dem Bruyneel siebenmal die Tour gewann. Weiter ungeklärt ist die sportliche Zukunft der abwanderungswilligen Astana-Profis Contador (zu Caisse d'Epargne), Levi Leipheimer und Andreas Klöden (zu RadioShack). Weil alle drei noch im Besitz gültiger Verträge bis 2010 bei Astana sind, haben die Kasachen die besseren Karten - vorausgesetzt die UCI erteilt die Lizenz.

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Für den im Manipulationsskandal der italienischen Serie A verurteilten italienischen Sportmanager Luciano Moggi zeichnet sich ein überraschendes Comeback in Slowenien ab. Wie die Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport am Donnerstag berichtete, ist Moggi als persönlicher Berater für den slowenischen Erstligisten Koper im Gespräch. Der ehemalige Manager von Rekordmeister Juventus Turin sei von der Klub-Führung zu einem Treffen eingeladen worden. Eine offizielle Rolle in Italien bleibt dem 72-jährigen Moggi verwehrt, nachdem er 2006 vom italienischen Fußballverband (FIGC) mit einem fünfjährigen Berufsverbot im Bereich Fußball belegt worden war. Juve wurde damals zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt. Im vergangenen Juni war Moggi als persönlicher Berater für den Clubchef des FC Bologna, Renzo Menarini, im Gespräch. Wegen heftiger Kritik seitens des italienischen Fußballverbandes musste Menarini auf Moggi verzichten.

Torwart Robert Enke vom Fußball-Bundesligisten Hannover 96 muss das Training für sein angestrebtes Comeback wieder reduzieren. Wegen Schmerzen an der Hüfte wird der 32 Jahre alte Keeper, der am Mittwoch ins Mannschaftstraining der Niedersachsen zurückgekehrt war, in den kommenden Tagen ein individuelles Pensum absolvieren. Der Zeitpunkt seiner Rückkehr in den Kader der 96er ist noch ungewiss. "Ich würde das nicht als Rückschlag bezeichnen. Durch seine längere Pause ist Robert natürlich anfälliger, deshalb muss er beim Trainingsaufbau auch mal einen Schritt zurück machen", sagte 96-Trainer Andreas Bergmann. Ursprünglich hatte Enke nach seiner Zwangspause aufgrund eines bakteriellen Infekts auf ein Comeback Ende Oktober spekuliert.

Indiens Gewichthebern droht nach 2004 und 2006 der nächste Dopingskandal. Einen Tag nachdem Shailaja Pujari und Vicky Batta zum zweiten Mal in ihrer Karriere positiv getestet worden waren, gab der Verband bekannt, dass drei weitere Athleten durch die A-Probe überführt worden sind. Dem Verband droht nun nach 2004 und 2006 die nächste Sperre, damals waren drei oder mehr Heber innerhalb eines Jahres positiv getestet worden. Verbandssprecher Baldev Gulati teilte mit, dass Harbhajan Singh und Rajesh Kumar sowie die Heberin Bijaya Devi durch eine Trainingskontrolle der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) überführt wurden. "Bei allen wurde ein anaboles Steroid nachgewiesen", sagte Gulati. Alle Athleten bestreiten Doping und haben die Öffnung der B-Probe beantragt.

© sueddeutsche.de/dpa/sid/aum
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