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Sport kompakt:Dawydenko wirft Federer raus

Dawydenko schlägt bei ATP-WM Federer, Hölzl feiert ersten Weltcup-Sieg und der Schweizer Cuche gewinnt die Abfahrt.

Nikolai Dawydenko hat die Tenniswelt überrascht und bei der ATP-WM völlig unerwartet wie im Vorjahr das Finale erreicht. Der Russe kämpfte am Samstag in London im ersten Halbfinale den Weltranglisten-Ersten Roger Federer mit 6:2, 4:6, 7:5 nieder. Dawydenko feierte dabei im 13. Duell gegen den Schweizer seinen ersten Sieg. Im Endspiel an diesem Sonntag trifft Dawydenko auf den Gewinner des zweiten Halbfinals zwischen US-Open-Sieger Juan Martin Del Potro (Argentinien) und dem zunächst nur als Ersatz nominierten French-Open-Finalisten Robin Söderling (Schweden). 2008 hatte Dawydenko im Endspiel in Shanghai gegen den Serben Novak Djokovic verloren.

Die 13 hat Dawydenko Glück und Federer Pech grebracht. So oft sind Dawydenko und Federer im direkten Duell aufeinander getroffen, noch nie hat der Russe gesiegt. Bis heute.

(Foto: Foto: Reuters)

Ski-Weltmeisterin Kathrin Hölzl hat den ersten Weltcup-Sieg ihrer Karriere gefeiert. Beim Riesenslalom im amerikanischen Aspen gewann die 25 Jahre alte Bischofswiesenerin am Samstagabend vor Kombinations-Weltmeisterin Kathrin Zettel aus Österreich und der Italienerin Federica Brignone. Mit ihrer Siegerzeit von 2:09,63 Minuten hatte Hölzl nach den zwei Läufen einen Vorsprung von 0,25 Sekunden vor Zettel. Junioren- eltmeisterin Viktoria Rebensburg aus Kreuth wurde Zehnte, Slalom- eltmeisterin Maria Riesch aus Partenkirchen belegte Rang 14.

Der Schweizer Skirennfahrer Didier Cuche hat die erste Weltcup-Abfahrt des Olympia-Winters gewonnen. Der Super-G-Weltmeister siegte am Samstagabend im kanadischen Lake Louise vor dem Italiener Werner Heel und seinem Landsmann Carlo Janka. Felix Neureuther blieb beim ersten Abfahrtsstart seiner Karriere ohne Punkte. Überschattet wurde der Speed-Auftakt der Alpin-Herren von einem schweren Sturz des Amerikaners Thomas Lanning. Der 25-Jährige, für den es das erste Rennen seit seinem Kreuzbandriss im Januar in Kitzbühel war, musste mit dem Helikopter ins Krankenhaus gebracht werden. Er hat sich offenbar schwere Beinverletzungen zugezogen.

Pascal Bodmer hat beim ersten Einzelspringen der Saison im finnischen Kuusamo sensationell Platz zwei belegt und damit das beste Ergebnis seiner Karriere gefeiert. Der 18-jährige Skispringer aus Meßstetten kam am Samstag mit 141 Metern auf die größte Weite des zweiten Durchgangs ("Mein zweiter Sprung war einfach Wahnsinn.") und musste sich nach den 133 Metern im ersten Durchgang mit 290,7 Punkten nur dem Norweger Bjørn Einar Romøren (139,5 Meter/139 Meter/299,8 Punkte) geschlagen geben. Bodmer konnte gar nicht mehr aufhören zu strahlen, als er am Tag nach dem zweiten Platz des deutschen Teams zum ersten Mal in seinem Leben auf das Weltcup-Siegerpodest stieg. "Ich bin überglücklich, das habe ich im Leben nicht erwartet", sagte Bodmer, der ganz nebenbei sein Rekordpreisgeld von 8000 Schweizer Franken einstrich. Michael Uhrmann, nach dem ersten Durchgang mit 138 Metern noch Zweiter, wurde nach seinem 135-Meter-Satz im zweiten Durchgang mit 289,4 Punkten Vierter. Das grandiose deutsche Ergebnis rundeten Martin Schmitt aus Furtwangen auf Platz 13 (126,5/140/266,7) und Michael Neumayer aus Berchtesgaden (132/128/259,5) auf Rang 15 ab.

Erstes Rennen, erster Podestplatz - Eric Frenzel hat den deutschen Kombinierern als Dritter von Kuusamo einen perfekten Start in den Olympiawinter beschert. Eine Woche nach seinem 21. Geburtstag lief der junge Vater nur 10,6 Sekunden hinter dem französischen Sieger Jason Lamy Chappuis völlig erschöpft ins Ziel und machte sich damit selbst ein verspätestes Geschenk. Der viermalige Weltmeister Ronny Ackermann konnte mit Platz 22 dagegen nicht zufrieden sein. Nach dem Springen hatte Frenzel nach einem blitzsauberen Flug auf 136 Meter auf Platz zwei hinter Lamy Chappuis gelegen. Die 30 Sekunden Rückstand auf den Franzosen beim Start entpuppten sich aber als zu viel, obwohl Frenzel den Spitzenreiter in einer Gruppe über 10 km jagte. In der letzten 2,5-km-Runde trat er noch einmal an, wurde jedoch am letzten Anstieg von dem von Platz 14 nach vorn gestürmten Hannu Manninen überholt. Der alte Finne feierte nach einem Winter Pause als Zweiter ein überragendes Comeback, während in Olympiasieger Felix Gottwald (Österreich) der zweite Rückkehrer wegen Schüttelfrost kurzfristig auf den Start verzichtet hatte. Das starke deutsche Teamresultat rundeten die Staffel-Vizeweltmeister Björn Kircheisen und Tino Edelmann auf den Plätzen zehn und elf sowie Talent Johannes Rydzek als 13. ab.

Neben dem Fußball könnten auch Basketball und Tennis vom neuen europäischen Wettskandal betroffen sein. Laut dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel finden sich in den Unterlagen der ermittelnden Staatsanwaltschaft Bochum Verdachtsmonente, wonach Ante S., mutmaßlicher Drahtzieher der Manipulationen, im Juni versucht haben soll, auch ein Spiel der Play-offs in der Basketball-Bundesliga zu kaufen. Zudem bestünden Hinweise, dass ein Frauen-Doppel beim Tennisturnier in Fes/Marokko im April dieses Jahres verschoben worden sein könnte. Das Magazin berichtet weiter, dass sich auch im Fußball die Zahl der betroffenen Länder weiter vergrößert habe, von zuletzt neun auf jetzt 17 Länder. Indessen berichtet der Focus, dass die mutmaßlichen Drahtzieher angeblich mehr als 550.000 Euro Bestechungsgeld gezahlt hätten. Von dieser Summe gingen die Ermittler der Bochumer Staatsanwaltschaft aus. Laut Focus habe die Bande offenbar gezielt nach betrugsbereiten Fußballern gesucht. Sie hätten analaysiert, ob Spieler zum Glücksspiel neigten oder Schulden hätten. Nach lockeren Erstkontakten seien die Spieler dann moralisch unter Druck gesetzt und mit bis zu fünfstelligen Summen bestochen worden. Zudem habe die Bande auch eigene Leute als Strohmänner in Wettbüros eingeschleust, berichtet das Magazin unter Berufung auf einen Insider, der lange Zeit selbst zu der Bande gehört habe. Durch diese Strohmänner hätten die Betrüger auch Wetten platzieren können, die von normalen Angestellten nicht angenommen worden wären. So soll beispielsweise ein Wettbüro in Nürnberg von einem 34-Jährigen geleitet worden sein, der laut Staatsanwaltschaft Bochum zur "Führungsebene" der weltweit opererierenden Wettmafia gehören soll.

Gewaltbereite Fans des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln haben am Freitagabend vor dem Bundesliga-Spiel beim VfL Bochum (0:0) randaliert. Dabei wurden neun Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer. Nach Informationen des VfL Bochum erlitt ein Ordner innere Verletzungen unter anderem an der Milz, ein weiterer Knochenbrüche und eine Schultereckgelenkssprengung. Einer der weiteren Verletzten war ein Polizist. Nach Angaben der Polizei gab es insgesamt 19 Festnahmen und Strafanzeigen. Rund 1000 Kölner Anhänger begaben sich am Abend auf einen Fußmarsch vom Bochumer Hauptbahnhof zum Stadion. Kurz vor der Arena versuchten rund 600 von ihnen, in den Gästebereich zu stürmen. Die Ordner versuchten, das durch das Schließen der Stadiontore zu verhindern, was die Hooligans zu weiteren Übergriffen provozierte. Erst eine angeforderte Hunderschaft der Polizei brachte die Situation unter Verwendung von Reizgas unter Kontrolle.

Angeführt von Natalie Geisenberger haben die deutschen Rodel-Frauen mit einem Jubiläumssieg ihre seit zwölf Jahren andauernde Erfolgsserie im Weltcup fortgesetzt. Trotz ihrer Sprunggelenksverletzung fuhr die 21-Jährige aus Miesbach am Samstag im österreichischen Igls mit Bahnrekord ihren vierten Weltcup-Sieg heraus. Sie verwies die zweimalige Weltmeisterin Tatjana Hüfner und Anke Wischnewski auf die weiteren Podestplätze. Die Winterbergerin Corinna Martini fuhr auf den fünften Platz. Ihre letzte Weltcup-Niederlage hatten die deutschen Rodel-Frauen vor genau zwölf Jahren hinnehmen müssen. Seitdem gab es 92 Siege in Serie.

Der frühere Fußball-Nationaltorhüter Oliver Kahn hat ein Management-Studium in Österreich begonnen, in dessen Rahmen er sich auch mit dem "Unternehmen FC Bayern" beschäftigt. "Es geht mir darum, mich weiterzubilden. Das habe ich während meiner aktiven Karriere ja auch gemacht. Ich mache jetzt einen MBA, einen Master of Business Administration, an einer Universität in Österreich", sagte der 40-Jährige in einem Interview mit der Münchner tz. Er sei "nach Österreich gegangen, um meine Ruhe zu haben. Das ist sehr angenehm, das war mir sehr wichtig", meinte Kahn, der sich mit dem Studium auch für eine Zeit als Vereins-Manager wappnen will. "Einen Profiklub zu leiten, das wäre nur eine Option. Ich will aber wirklich nicht den Eindruck erwecken, dass ich den MBA mache, nur um Fußballmanager zu werden. Das wäre mir viel zu eng gefasst", sagte Kahn, der vor Jahren schon ein BWL-Grundstudium abgeschlossen hat.

US-Golfstar Tiger Woods hat am Freitag einen Autounfall in seiner Heimat Florida mit leichten Verletzungen überstanden. Schon kurz nach der Behandlung in einer Klinik konnte der 33-Jährige bereits wieder entlassen werden. "Er wurde hier eingeliefert, behandelt und heute wieder in guter Verfassung entlassen", teilten sein Sprecher und das Health Central Hospital von Ocoee in einer gemeinsamen Erklärung mit. Zuvor hatte es in ersten US-Medienberichten noch geheißen, Woods sei schwer verletzt. Podobedowa mit drei Weltrekorden zum WM-Titel

Mit dem zweiten Auswärtssieg in Serie haben Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks ihre Tabellenführung in der Southwest Division verteidigt. Zwei Tage nach dem 130:99 bei den Houston Rockets gewannen die "Mavs" am Freitag (Ortszeit) bei den Indiana Pacers ebenfalls deutlich mit 113:92. Nowitzki war mit 31 Punkten wieder einmal bester Werfer seines Teams, in dem insgesamt fünf Spieler zweistellig trafen. Bei den Pacers war Danny Granger mit 20 Zählern am treffsichersten.

Kapitän Max Müller hat den deutschen Hockey-Herren bei der 31. Champions Trophy in Melbourne einen 3:2 (1:1)-Auftaktsieg gegen England beschert. Der 22 Jahre alte Abwehrspieler vom Nürnberger HTC verwandelte am Samstag kurz vor Schluss (66. Minute) eine Strafecke zum verdienten Erfolg des Olympiasiegers über den Europameister. Christoph Menke (10.) und Jan Marco Montag (43.) hatten die DHB-Auswahl mit 1:0 und 2:1 jeweils in Führung gebracht; für die Briten trafen James Tindall (14.) und Ashley Jackson (61.). Tiger Woods bei Autounfall nur leicht verletzt.

Gewichtheben: WM in Südkorea

Zerdrückt und zersprungen