bedeckt München 17°

Snooker:Der sechste Titel

Snooker Weltmeisterschaft

Mit Silver-Lady: Snooker-Sieger Ronnie O’Sullivan.

(Foto: dpa)

18:8 im Finale - Ronnie O'Sullivan hatte 2013 zuletzt die Trophäe für den Weltmeister gewonnen. Nun hat der 44-Jährige der nachrückenden Generation in den vergangenen Tagen wieder die Grenzen aufgezeigt.

Die sogenannte Old Silver Lady hatte Ronnie O'Sullivan sieben Jahre lang vermisst, am Sonntagabend hielt er sie dann wieder in den Händen. Der englische Snooker-Primus hatte 2013 zuletzt die Trophäe für den Weltmeister gewonnen und war danach immer spätestens im Finale gescheitert. Doch in den vergangenen Tagen hatte der 44-Jährige der nachrückenden Generation wieder die Grenzen aufgezeigt. Sechs WM-Titel hat O'Sullivan nun insgesamt gesammelt, zum Rekord des Schotten Stephen Hendry fehlt ihm noch ein Erfolg. Natürlich wäre es "fantastisch", diese seit 1999 bestehende Bestmarke einzustellen, sagte der Mann aus Wordsley in den West Midlands nun in Sheffield. Aber: Seine Karriere sei auch so "wundervoll" verlaufen. Egal, was da noch komme.

Wundervoll verliefen auch die vergangenen 17 Tage im bekannten Crucible Theatre für O'Sullivan. Den letzten Teilsieg verpasste er zwar deutlich, als er voller Vorfreude den weißen Spielball fast verfehlte. Der 18:8-Finalsieg gegen den 16 Jahre jüngeren Engländer Kyren Wilson war ihm da aber schon sicher. "Ich habe heute gegen den Größten aller Zeiten gespielt", sagte Wilson. Die Zahlen belegen das: Mit seinem 37. Sieg bei einem Weltranglistenturnier ist O'Sullivan nun alleiniger Rekordhalter - den ersten hatte er schon 1993 geholt, mit 17 Jahren.

Längst legendär ist sein "Maximum Break" von 1997, als er die 147 Punkte auf dem Tisch in fünf Minuten und acht Sekunden abräumte. Vor einem Jahr war O'Sullivan, der immer irgendwie zwischen Genie und Wahnsinn schwebt, bei der WM noch in der ersten Runde gescheitert. Nun zeigte er wieder seine Stärken, vor allem beim 17:16 im Halbfinale gegen den dreimaligen Weltmeister Mark Selby (England).

"Ich trainiere ja nicht, weil die Bälle so schön bunt sind", sagte O'Sullivan süffisant, die 300 zugelassenen Zuschauer grinsten. Und nun? Schon am 17. April steht die nächste Weltmeisterschaft auf dem Programm. Sollte O'Sullivan seine Form bis dahin konservieren, dann trauen ihm die Experten auch den nächsten Schritt zu. O'Sullivan könne dann in den Kreis der Legenden dieses Sports aufsteigen, erklärte TV-Experte Jimmy White. So weit wollte O'Sullivan aber nicht denken. "Wenn ich antreten würde, um Rekorde zu brechen, würde ich nicht so gut spielen, wie ich es tue", sagte er.

© SZ vom 18.08.2020 / sid
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema