Ski Alpin:Sorge vor Manipulationen

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DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier bekräftigt Kritik an den Maßnahmen für die Olympischen Spiele in Peking.

Alpinchef Wolfgang Maier hat seine Befürchtungen bekräftigt, wonach es bei den Olympischen Spielen in Peking zu Manipulationen durch Corona-Tests kommen könnte. "Mit einem PCR-Test kann ich sofort jeden sportlichen Gegner aus dem Rennen nehmen. Es braucht mir keiner sagen, dass das jetzt ein Hirngespinst von mir ist, weil man weiß, um was es geht", sagte der Topfunktionär des Deutschen Skiverbandes (DSV) am Rande des Weltcups in Adelboden in der ARD. Es gehe darum, sagte Maier, sich als Nation darzustellen, besonders als Veranstalter. Dieser habe nun ein Mittel in der Hand, gegen das man keine Chance habe. Etwa wenn es heiße: "Hey, du bist positiv, dann gehst du raus."

Im Gespräch mit der SZ hatte Maier bereits zuvor gesagt, seiner Ansicht nach seien aktuell "Manipulation Tür und Tor geöffnet". Er bitte die Offiziellen seit Monaten, zu definieren, ab welchem CT-Wert ein Corona-Test als positiv oder negativ gewertet werde - wie sensibel die Tests eingestellt sind, sehr grob gesagt -, um klare Richtlinien zu schaffen. Weder das Internationale Olympische Komitee noch die lokalen Organisatoren hätten in der Frage bislang für Klarheit gesorgt. Das setze Athleten großer Ungewissheit aus.

Maier verwies außerdem auf Snowboarder und Rodler, die bei den Testwettkämpfen in Peking über widrige Bedingungen berichtet und ebenfalls Angst vor Manipulationen geäußert hatten. Der Sportfunktionär beschrieb dabei das Kopfkino, das einsetzen würde: "Was das heißt, in ein Quarantänezimmer zu müssen, wo Kakerlaken rumlaufen. Was es heißt, wenn du weggesperrt wirst in einem fremden Land, wo niemand englisch oder deutsch spricht mit dir", sagte Maier. Auch dies seien Themen, die dringend geklärt werden müssten.

DSV-Präsident Franz Steinle distanzierte sich am Sonntag von Befürchtungen über mögliche Manipulationen. "Da liegen uns überhaupt keine Erkenntnisse vor. Wir wüssten ehrlich gesagt auch nicht, mit welcher Intention so etwas geschehen sollte", sagte Steinle am Rande des Biathlon-Weltcups in Oberhof. Das Internationale Olympische Komitee verwies am Sonntag darauf, dass jede unklare Situation durch ein medizinisches Expertengremium aus chinesischen und internationalen Experten geprüft werde.

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