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Segeln:Konstant stark

Gut aufgelegt vor der Kieler Förde: Das Team des MYC.

(Foto: Lars Wehrmann)

Der Münchner Yacht-Club gewinnt in Kiel und befreit sich von Abstiegssorgen

Der Münchner Yacht-Club (MYC) hat für einen Lichtblick gesorgt in einem schwierigen Jahr für die bayerischen Segelteams. Vor der Kieler Förde kam die junge Crew um Steuermann Manuel Wunderle am besten mit den wechselnden Bedingungen zurecht und siegte am vierten Spieltag der Segel-Bundesliga. Bei Leichtwind am Freitag, Nordwestwind von über 17 Knoten am Samstag und nur schwachem Wind am Finaltag zeigte der MYC () die gesamte Regatta über konstant starke Leistung. "Für den Sieg war es bis zum letzten Rennen eng für uns. Erst nach dem Zieleinlauf konnten wir realisieren, was wir auf's Papier gebracht haben", sagte Taktiker Julius Neszvecsko danach. Die Münchner ließen den Aufsteiger One Kiel und die Gesamtspitzenreiter vom Norddeutschen Regatta Verein aus Hamburg hinter sich und entledigten sich mit dem Überraschungscoup von den ärgsten Abstiegssorgen.

Schlechter ist dagegen die Lage bei den Nachbarn vom Bayerische Yacht-Club (BYC), der auf Rang elf hinter dem Chiemsee Yacht-Club (CYC) und dem Deutschen Touring Yacht-Club (DTYC) landete. Nur ein Punkt trennt den BYC von den Abstiegsrängen, das Saisonfinale auf der Hamburger Alster (8. bis 10. Oktober) wird auch eine Nervenprobe werden. Dabei konnte das Team durchaus zufrieden sein mit der Platzierung in Kiel angesichts der Ausgangslage: Nach Wirrungen um die Einreise nach Schleswig-Holstein hatte der BYC eine Juniorenauswahl in den Norden geschickt, mit Seglern, die nicht in München wohnen. Die Stadt war ja vergangene Woche als Corona-Risikogebiet ausgewiesen worden, weshalb zunächst strenge Vorgaben für Münchner Segler galten, die im Laufe der Woche jedoch gelockert wurden.

BYC-Manager Ilja Wolf hatte vor der Saison einen radikalen Schnitt angekündigt und dabei "total auf den Nachwuchs zu setzen". Dass der Vorjahresvierte so wohl nicht an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen können würde, war auch Wolf klar. So radikal, dass der BYC nun in zwei Wochen auf der Alster um den Verbleib in der Liga kämpfen muss, hatte die Wende allerdings nicht ausfallen sollen.

© SZ vom 30.09.2020 / SZ
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