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Fecht-WM in Budapest:Europameister Joppich scheitert früh

Fechten - Peter Joppich

Peter Joppich: Ärger über das frühe WM-Aus

(Foto: dpa)

Fechter ärgert sich über eine frühe Niederlage bei der WM. Jens Voigt hängt noch eine Saison dran. Der VfB-Innenverteidiger Georg Niedermeier fällt sechs Wochen aus.

Fecht-WM: Florett-Europameister Peter Joppich ist bei den Fecht-Weltmeisterschaften in Budapest früh gescheitert. Der viermalige Einzel-Titelträger verlor am Freitag schon in der Runde der besten 32 gegen den Ukrainer Rostyslaw Herzyk. Der WM-Siebte von 2010 besiegte den Koblenzer mit 15:11. Dabei hatte der 30 Jahre alte Joppich bereits 3:0 geführt. Sebastian Bachmann vom FC Tauberbischofsheim qualifizierte sich dagegen für das Achtelfinale. Der Olympia-Dritte mit dem Team bezwang zunächst den Österreicher Dominik Wohlgemuth mit 15:5 und danach den britischen EM-Dritten James-Andrew Davis mit 15:11. Der Bonner Marius Braun schied in Durchgang eins gegen den Franzosen Jeremy Cadot aus (6:15) und belegte Platz 36. WM-Neuling Johann Gustinelli (Tauberbischofsheim) führte zwar gegen den Japaner Daiki Fujino schon mit 7:2 und 8:4, verlor aber am Ende dennoch mit 9:15 und wurde im Schlussklassement an Position 49 geführt.

Fechten, WM: Peking-Olympiasiegerin Britta Heidemann hat in Budapest die Chance auf ihren zweiten WM-Titel verpasst. Die Degenspezialistin verlor im Halbfinale gegen die Russin Anna Siwkowa mit 9:15, gewann mit Bronze aber dennoch ihre zehnte WM-Medaille. Es gewann Julia Beljajewa aus Estland. Die 30-Jährige aus Leverkusen erfüllte damit auch bereits am zweiten Finaltag die Ziele des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB) von zweimal Edelmetall. Am Mittwoch hatte Florettfechterin Carolin Golubytskyi mit Silber die erste deutsche Medaille in der ungarischen Hauptstadt Budapest geholt. Die WM läuft noch bis zum 12. August.

Radsport: Der 41 Jahre alte Radprofi Jens Voigt hat noch immer nicht genug und hängt eine weitere Saison an. Das gab der in Berlin lebende Mecklenburger bekannt. "Ich brauche das kommende Jahr dazu, um langsam 'Goodbye' zu sagen und mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass am Jahresende Schluss ist", teilte Voigt am Freitag via Twitter mit. Voraussichtlich wird der am 17. September 42 werdende Profi beim Luxemburger Trek-Team seine Karriere beenden. Im Juli bestritt der Fahrer des Teams RadioShack-Leopard seine 16. Tour de France. Würde Voigt 2014 noch einmal in Frankreich starten, wird er neben dem Amerikaner George Hincapie sowie dem Australier Stuart O'Grady zum Rekordteilnehmer.

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Katinka Hosszu bejubelt ihre Weltrekorde.

(Foto: AFP)

In diesem Jahr machte der Veteran bei der Tour durch große Aktivitäten bei Ausreißversuchen Furore. Anders als O'Grady oder Erik Zabel zum Beispiel war Voigt unmittelbar nach der Frankreich-Rundfahrt durch den Kommissionsbericht des französischen Senats zur Tour 1998 nicht belastet worden.

Nationalmannschaft, Spanien: Javi Martínez und Thiago von Triple-Gewinner Bayern München stehen im Aufgebot der spanischen Fußball-Nationalmannschaft für das Länderspiel in Guayaquil gegen Gastgeber Ecuador am kommenden Mittwoch (22.30 Uhr). Trainer Vicente del Bosque berief neben Thiago vier weitere U21-Europameister in seinen Kader, darunter Real Madrids Neuzugang Isco. Del Bosque verzichtete hingegen auf die beiden Angreifer Roberto Soldado (Tottenham Hotspur) und Fernando Torres (FC Chelsea). Zudem fehlen wie erwartet der im folgenden WM-Qualkifikationspiel in Finnland gesperrte Piqué, dessen Barca-Kollegen Busquets (verletzt), Xavi und Pedro (werden geschont) sowie die verletzten Xabi Alonso (Real Madrid) und Juan Mata (FC Chelsea).

Nationalmannschaft, Niederlande: Augsburgs Kapitän Paul Verhaegh ist erstmals für die niederländische Fußball-Nationalmannschaft nominiert worden. Der Bundesliga-Profi wurde am Freitag von Bondscoach Louis van Gaal ins endgültige Aufgebot für die Partie am kommenden Mittwoch gegen Portugal berufen. Neben Verhaegh stehen auch Bayern Münchens Arjen Robben, Klaas-Jan Huntelaar von Schalke 04 und Rafael van der Vaart vom Hamburger SV in der Oranje-Auswahl.

VfB Stuttgart, Georg Niedermeier: Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart muss mindestens sechs Wochen auf Verteidiger Georg Niedermeier verzichten. Der 27-Jährige hatte wie bereits vermutet im Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League gegen Botew Plowdiw (0:0) einen Innenbandriss im linken Knie erlitten. Das ergab eine MRT-Untersuchung am Freitag. "Das ist natürlich sehr bitter", sagte VfB-Trainer Bruno Labbadia. Zudem werden die personellen Sorgen der Stuttgarter in der Defensive noch durch die wiederkehrenden Achillessehnen-Beschwerden bei Kapitän Serdar Tasci verstäkt. Sein Einsatz am Sonntag (15.30 Uhr) zum Bundesliga-Auftakt beim FSV Mainz ist fraglich.

Beachvolleyball, Berlin: Die Hamburger Sebastian Dollinger und Stefan Windscheif sind als zweites deutschen Männer-Duo beim Grand-Slam-Turnier der Beachvolleyballer in Berlin ins Achtelfinale eingezogen. Das für den HSV startende Team besiegte am Freitag in der Waldbühne die US-Amerikaner John Mayer und Bradley Keenan mit 2:0 (21:17, 27:25). Zuvor hatten schon die deutschen Meister Jonathan Erdmann und Kay Matysik (Berlin) als Gruppensieger den direkten Sprung in die Runde der besten 16 Teams geschafft.

Tennis, Montreal: Der britische Tennis-Olympiasieger Andy Murray ist beim ATP-Turnier im kanadischen Montreal bereits im Achtelfinale ausgeschieden. Der an Nummer zwei gesetzte Wimbledon-Sieger musste sich am Donnerstag bei der mit gut 2,8 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Veranstaltung überraschend dem Letten Ernests Gulbis 4:6, 3:6 geschlagen geben. Rafael Nadal löste zweieinhalb Wochen vor Beginn der US Open (26. August bis 9. September) durch ein umkämpftes 7:6 (8:6), 6:4 gegen den Polen Jerzy Janowicz sein Viertelfinal-Ticket. Der Spanier Nadal, der im März das ATP-Masters im kalifornischen Indian Wells gewonnen hatte, ist in der laufenden Saison auf Hartplatz noch ungeschlagen.

Tennis, Toronto: Wimbledonsiegerin Marion Bartoli hat beim WTA-Tennisturnier in Toronto verletzt aufgeben müssen. Die Französin beendete am Donnerstag (Ortszeit) ihr Achtelfinal-Match gegen Magdalena Rybarikowa beim Stande von 6:7 (5:7), 0:1 wegen Bauchbeschwerden. Die Slowakin trifft in der Runde der letzten Acht auf Top-Favoritin Serena Williams. Die an Nummer eins gesetzte Amerikanerin besiegte Kirsten Flipkens aus Belgien 6:0, 6:3.

Doping, Erik Zabel: Dopingsünder Erik Zabel arbeitet nach seinem umfassenden Geständnis an seiner Rehabilitation. Wie der frühere Radprofi und Sprintstar über seine Anwälte mitteilen ließ, hat sich Zabel am vergangenen Montag zu einem zweieinhalb Stunden dauernden Gespräch mit der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) getroffen. Dabei erklärte der 43-Jährige "seinen Wunsch, sich künftig für eine noch bessere Dopingpräventation im Radsport einzusetzen". Die NADA begrüßte Zabels Bereitschaft zur Zusammenarbeit, in den kommenden Wochen sind weitere Treffen beabsichtigt. Deutschlands einziger Tour-de-France Sieger Jan Ullrich sträubt sich dagegen weiter gegen einen Kurswechsel in Sachen Vergangenheitsbewältigung. Wie die NADA mitteilte, habe man den direkten Kontakt zu Ullrich über dessen Management gesucht. "Ullrich selbst hat nun ein Gespräch mit der NADA abgelehnt. Wir bedauern dies, sind aber jederzeit zu einem Gespräch bereit, sollte er sich doch noch dazu entschließen", hieß es in einem Statement. Ullrich stand ebenso wie Zabel auf einer vom französischen Senat veröffentlichten Liste von Fahrern der Tour 1998 mit positiven Nachtests auf Epo-Doping.

Kickers Offenbach, Durchsuchung: Die Geschäftsstelle von Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach ist am Donnerstag von Beamten der Staatsanwaltschaft durchsucht worden. Geprüft wurden "alle Geschäftsjahre seit dem Jahr 2010, die den Betrieb der Profi-Fußballabteilung betreffen", erklärte der hessische Klub am Mittag in einer Pressemitteilung. Nach Informationen der Offenbach Post durchsuchten die teilweise bewaffneten Beamten sogar das vor dem Stadion geparkte Auto sowie die Privatwohnung von Geschäftsführer David Fischer. Auch die Wohnungen der ehemaligen Geschäftsführer Thomas Kalt und Jörg Hambückers standen im Blickpunkt. Dabei wurden Unterlagen und Laptops sichergestellt.

Auslöser des Einsatzes war die Selbstanzeige des langjährigen Vizepräsidenten Thomas Kalt. Der bis Juni 2012 amtierende Geschäftsführer des Regionalligisten wollte damit seine Unschuld an der drastischen Schuldenerhöhung (von 4,7 Millionen auf 9,1 Millionen Euro) der Offenbacher beweisen. Die Offenbacher Fußball Club Kickers 1901 GmbH sei "selbstverständlich an einer lückenlosen Aufklärung der Vorwürfe interessiert", hieß es in der Pressemitteilung weiter. Nach dem Lizenzentzug und dem bitteren Zwangsabstieg in die Regionalliga Südwest geht es beim OFC schon seit Monaten drunter und drüber.

U21, Kader: Horst Hrubesch hat für sein Comeback als U21-Trainer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erwartungsgemäß zahlreiche Debütanten nominiert - sich bei den "Doppel-Staatsbürgern" John Brooks und Hakan Calhanoglu aber offenbar einen Korb abgeholt. Die beiden Talente fehlen jedenfalls im Aufgebot für die Partie am 13. August gegen Frankreich in Freiburg, obwohl Hrubesch sie nach Medieninformationen nominieren wollte. Trotzdem ist der Ex-Nationalspieler optimistisch. "Wir sind absolut konkurrenzfähig. Ich bin überzeugt, dass die Jungs gleich im ersten Spiel Gas geben werden. Wir verfolgen hohe Ziele, wollen uns für die EM und die Olympischen Spiele qualifizieren", sagte Hrubesch: "Unsere Aufgabe ist es nun, sofort die Spieler einzuschwören und mit der Mannschaft in kurzer Zeit Automatismen zu entwickeln."

Der Herthaner Brooks, der bereits U20-Spiele für die USA und für Deutschland absolviert hat, war auch von Jürgen Klinsmann für das A-Länderspiel der USA am 14. August gegen Bosnien-Herzegowina eingeladen worden und entschied sich offenbar für das Angebot des früheren Bundestrainers. Auch der gebürtige Mannheimer Calhanoglu (Hamburger SV) soll nach kicker-Informationen eine Einladung von Hrubesch erhalten haben, der 19-Jährige hat aber bisher ohnehin nur Junioren-Spiele für die Türkei bestritten. Festgespielt sind beide bei ihren Nationalteams noch nicht.

© Süddeutsche.de/dpa/sid
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