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Schwimmen:"Unkalkulierbar"

Schwimm-Weltmeister Florian Wellbrock hat Verständnis für die Absage der Deutschen Meisterschaften. "Angesichts der aktuellen Unsicherheiten ist mir Vorsicht definitiv lieber als Nachsicht, denn eine Ansteckung könnte mehr kosten als meinen Olympia-Traum", sagte der 23-Jährige nach dem endgültigen Aus der nationalen Titelkämpfe für dieses Jahr. Die bereits einmal wegen Corona verlegten Meisterschaften hätten vom 29. Oktober bis 1. November in Berlin stattfinden sollen, zuletzt hatten sich auch zu wenige Schwimmer für die Wettkämpfe gemeldet. Mit der Absage wird auch der Start der Profi-Serie ISL zunehmend fragwürdig, für das fünfwöchige Event wurden Top-Schwimmer aus der ganzen Welt in den Corona-Hotspot Budapest eingeflogen. Der Deutsche Schwimm-Verband hatte seine Athleten wegen "nicht kalkulierbarer Risiken" ausdrücklich vor einer Teilnahme gewarnt. Wellbrock wollte bei der DM starten, in Budapest aber nicht. Die Angst vor einer Ansteckung mit Covid-19 und vor möglichen Spätfolgen selbst bei jungen Topsportlern ist groß. Wellbrock stimmen die aktuelle Corona-Entwicklung und Infektionen bei Sportlern nachdenklich. "Niemand weiß bislang genau, welchen Einfluss das auf die künftige Leistungsfähigkeit hat. Wenn die Lunge dadurch nur ein Prozent weniger leistet, gefährdet das die Karriere", sagte Wellbrock. Er gilt nach seinen zwei WM-Goldmedaillen 2019 in Südkorea als aussichtsreichster deutscher Anwärter auf eine Schwimm-Medaille bei den Spielen 2021 in Tokio.

© SZ vom 19.10.2020 / dpa, sid
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