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Schiedsrichter:Im Zweifel für die Kalibrierung

In Dortmund, Mainz und Wolfsburg gibt es Aufregung um Video-Assistenten und aberkannte Abseits-Tore. Der DFB-Verantwortliche Jochen Drees hinterlässt zumindest eine Anweisung.

Es hat an diesem Spieltag mal wieder diverse Szenen gegeben, in denen es gute Gründe für eine Debatte um den Video-Assistenten gab. In Dortmund etwa blieb nach einem elfmeterwürdigen, aber nicht gepfiffenen Foul von Thomas Delaney an Sarenren Bazee (Hannover) eine Korrektur ebenso aus wie in Berlin, als Karim Rerik gegen Schalkes Alessandro Schöpf brutal einstieg und dafür nur Gelb sah. Aber daneben gab es auch eine Szene, in der alles formal korrekt lief - und die dennoch Aufregung erzeugte.

Es geschah beim Spiel Mainz gegen Nürnberg. Club-Stürmer Adam Zrelak verlängerte eine Flanke zum vermeintlichen 2:1 für die Gäste ins Tor, doch nach zweiminütiger Wartezeit kam die Korrektur: Abseits, minimal, eine Fußspitze nur, aber durch die kalibrierte Linie klar signalisiert. Der Club schimpfte dennoch, Trainer Köllner fand, man bewege sich auf "dünnem Eis", weil das mit dem menschlichen Auge nicht wahrnehmbar gewesen sei. Ähnlich knapp war es auch bei einem Wolfsburger Tor gegen Leverkusen, das nicht zählte.

Bei der Einführung des Video-Assistenten 2017 gab es diese kalibrierte Linie aufgrund technischer Probleme noch nicht, erst seit Sommer 2018 zählt sie zu den Hilfsmitteln. Basis ist das System "Hawkeye", das auch für die Torlinientechnik verwandt wird. Mehrere Hochgeschwindigkeitskameras berechnen, wo genau der Spieler bei der Ballabgabe stand, zur Not in 3 D - und dann gilt nicht mehr die alte Faustregel "im Zweifel für den Angreifer", sondern nur noch die auf den Monitor gebrachte Linie.

Die Frage ist nur, wie der exakte Moment der Ballabgabe bestimmt wird. Und dazu gab der DFB-Verantwortliche Jochen Drees folgende Anweisung: "Nicht der Moment, in dem der Ball den Fuß verlässt" sei entscheidend, "sondern der Moment, indem der Impuls zum Abspiel kommt. Der Moment, in dem der Ball quasi am Fuß und auf dem Weg ist, den Fuß zu verlassen, das wird die Grundlage sein, die Abseitslinie anzulegen". Vielleicht erkennt ein abstiegsbedrohter Trainer auch wegen solcher Auslegungen ein dünnes Eis.