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Radsport:Frankreichs Nationalheld Raymond Poulidor ist tot

Rad an Rad: Raymond Poulidor (rechts) neben Jacques Anquetil.

(Foto: AFP)

Der frühere Radprofi stirbt im Alter von 83 Jahren. Poulidor stand achtmal auf dem Podium der Tour de France, doch gewinnen konnte er die Rundfahrt nie.

Von den Franzosen wurde er liebevoll "Poupou" genannt - und er verdankte seine Beliebtheit einem ursprünglich unglücklichen Umstand: Achtmal stand Raymond Poulidor zwischen 1962 und 1976 auf dem Podium bei der Tour de France - doch gewinnen konnte er die größte Radrundfahrt der Welt nie.

Nicht mal das Gelbe Trikot des Gesamtführenden hat er in all dieser Zeit übergestreift, die Franzosen liebten ihren "Poupou" trotzdem. Es heißt, er war trotz seiner vielen zweiten Plätze zeitweise populärer als der große Bernard Hinault.

Poulidor wurde zum Synonym für den tragischen Helden

Berühmt und unvergessen sind die Bilder seines Ellenbogenduells bei der Tour 1964: Jacques Anquetil und Poulidor strampelten verbissen Schulter an Schulter den Puy de Dome hoch. Poulidor gewann am Ende zwar die Etappe, aber gegen seinen großen Rivalen wieder nicht die Frankreich-Rundfahrt - stattdessen war Anquetil der erste Rad-Profi, der fünfmal die Tour für sich entschied.

Poulidor war trotz seines fehlenden Tour-Sieges ein erfolgreicher Rennfahrer. Er gewann Mailand-San Remo, Paris-Nizza oder die Spanien-Rundfahrt, zudem gelangen dem guten Zeitfahrer und hervorragenden Kletterer sieben Siege bei Tour-Etappen. Dennoch wurde Poulidor zum Synonym für den tragischen Helden, für jemanden, gegen den sich immer alles verschwor.

In der Nacht zum Mittwoch ist Poulidor in seinem Wohnort Saint-Leonard-de-Noblat nahe Limoges im Alter von 83 Jahren verstorben. "Poupou, wir werden dich nie vergessen", twitterte der offizielle Twitter-Account der Tour de France. Er sei bereits im Oktober in ein Krankenhaus eingeliefert worden, berichtete der Sender Franceinfo.

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