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Radsport:Buchmanns Generalprobe

Emanuel Buchmann

Top drei bei der Tour: Emanuel Buchmann hat große Ziele.

(Foto: Matthias Balk/dpa)

Der deutsche Profi will bei der Dauphiné-Rundfahrt wichtige Erkenntnisse für die Tour de France sammeln.

Emanuel Buchmann fühlt sich bereit, wohl so bereit wie noch nie zuvor für den großen Traum vom Podium bei der Tour de France. "Ich bin total motiviert, die Form ist da - ich habe ja jetzt auch lange genug trainiert", sagte der 27-Jährige, der als Deutschlands große Radsport-Hoffnung gilt, nach vielen Wochen Schufterei in der Höhe der Alpen. "Und an meinen Zielen hat sich nichts geändert", sagte er dem Sport-informationsdienst. Top drei beim wichtigsten Rennen der Welt - "ganz genau das" also soll es für Buchmann werden.

Ob das realistisch sein kann, darüber wird von Mittwoch an das Criterium du Dauphiné schon Aufschluss geben. Bei der traditionellen Kurz-Rundfahrt bestreitet Buchmann seinen ersten und einzigen Härtetest vor der Tour, die am 29. August in Nizza startet. Und auch wenn Buchmann nach den fünf Dauphiné-Etappen zwischen Clermont-Ferrand und Megeve noch einmal zum Feinschliff in die Höhe von Livigno zurückkehren wird: Seine Grundverfassung muss schon jetzt passen, um dann zweieinhalb Wochen später angreifen zu können. "Ich fühle mich schon sehr gut im Training", sagte er.

Dass seine Bora-Kollegen bei den ersten Rennen nach der Corona-Pause an den Bergen bemerkenswerte Form zeigten, hat Buchmann bestärkt, in der Vorbereitung vieles richtig gemacht zu haben. "Im Training hat ein echt hohes Niveau geherrscht. Dass das im Rennen so umgesetzt wird, ist richtig geil", sagte Buchmann: "Das macht Lust auf die nächsten Rennen."

Seinen härtesten Widersachern wird er schon bei der Dauphiné begegnen - praktisch alle Tour-Favoriten sind am Start: Ineos kommt mit Tour-Titelverteidiger Egan Bernal, Vorgänger Geraint Thomas und Vorvorgänger Chris Froome. Auch Jumbo-Visma bietet seine Dreierspitze Roglic-Dumoulin-Kruijswijk auf. Buchmann muss und will einige Karten auf den Tisch legen. "In erster Linie geht es bei der Dauphiné darum, sich mit den Konkurrenten zu vergleichen. Wenn es gut läuft, dann versucht man natürlich auch, ein Ergebnis einzufahren. Aber erst mal ist es wichtig, wieder ein Rennen zu fahren, den Rhythmus finden."

An sich selbst zweifelt Buchmann nicht. Bezweifelt aber hat er in den tristen Wochen des Corona-Stillstands phasenweise, dass die Saison noch zu retten ist. "Am Anfang schien es manchmal schon sehr ungewiss, ob es weitergeht. Aber dann war es ja relativ schnell klar, dass die Saison eben nur später stattfindet." Die Gewissheit des Wann und Wo sei "sehr gut für die Motivation" gewesen. Nun ist die Dauphiné nicht nur für Buchmann die Tour-Generalprobe, sondern auch für die Frankreich-Rundfahrt selbst: Die kleine Runde wird ebenfalls von den Tour-Machern veranstaltet, die ihre Konzepte auf den Prüfstand stellen können - auch wenn die Dauphiné zur Sicherheit von acht auf fünf Etappen verkürzt und der Stop in der Großstadt Lyon ausgespart wurde. Buchmann selbst sorgt sich nicht um sein Wohlergehen: "Ich hätte keine Angst, Rennen zu fahren. Da steckt ein gutes Konzept hinter, ich werde mit gutem Gewissen an den Start gehen."

© SZ vom 11.08.2020 / SID

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