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Para-Sport:Ausgezeichnet

München: Rollstuhl-Basketball Iguanas âÄ" Hannover ,Laura Fürst Foto: Claus Schunk

(Foto: Claus Schunk)

Die Rollstuhlbasketballerin Laura Fürst, Schwimmer Josia Topf und das Blindenbaseball-Team Bavarian Bats sind Bayerns Para-Sportler 2019.

Von Sebastian Winter

Laura Fürst wurde ganz altmodisch per Mail informiert, wie die anderen Preisträger auch. Und sie freute sich immens über die Nachricht. Denn die 29-jährige Münchnerin, die in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga für die RBB München Iguanas und seit langem im Nationalteam spielt, ist vom Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband (BVS) Bayern als Sportlerin des Jahres 2019 ausgezeichnet worden. "Als Teamsportlerin zu gewinnen, ist besonders schön, weil das nicht so häufig vorkommt", sagte Fürst, die für ihren dritten Platz mit den deutschen Rollstuhl-Basketballerinnen bei der Europameisterschaft aus dem vergangenen Jahr geehrt wird - mit dem sich die Nationalmannschaft für die Paralympics in Tokio qualifiziert hat. Bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro hatte Fürst mit der deutschen Auswahl bereits Silber gewonnen, dafür war sie mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet worden. Die Europameisterin von 2015 und WM-Dritte von 2018 war als 16-jährige Austauschschülerin in den USA mit einem Snowmobil verunglückt und ist seither inkomplett querschnittgelähmt. Sie arbeitet neben dem Spitzensport als Entwicklungsingenieurin bei einem großen Münchner Automobilkonzern.

Die Bavarian Bats aus Freising, das einzige Blindenbaseball-Team Deutschlands, siegten in der Kategorie "Mannschaft des Jahres". Sie nehmen regelmäßig am Mole-Cup teil, der inoffiziellen Europameisterschaft im Blindenbaseball. Paraschwimmer Josia Topf, 17, vom Schwimmverein Erlangen wurde als bester Nachwuchssportler ausgezeichnet. Topf hat 2019 einen Weltrekord über 50 Meter Schmetterling aufgestellt, an der WM teilgenommen und sich für EM und Paralympics qualifiziert.

Der BVS Bayern hatte die Fans des Parasports zum 13. Mal über die Sportler des Jahres abstimmen lassen, 3000 Votings wurden gezählt. Die siegreichen Athleten erhalten eine Prämie von je 1000 Euro. An der Preisverleihung am 22. Juli in München nimmt Bayerns Sportminister Joachim Herrmann teil.

© SZ vom 09.07.2020
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