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Olympische Spiele:Rapinoe kritisiert Protestverbot

Fußball-Weltmeisterin Megan Rapinoe, 35, hat angesichts der Proteste von Sportlerinnen und Sportlern gegen Rassismus eine klare Ansage an das Internationale Olympische Komitee (IOC) gerichtet. "Athleten werden protestieren", sagte sie im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Tokio: "Ich denke, wir sind schon über den Punkt hinaus, dass das überhaupt eine Frage ist. Es kommen Athleten aus der ganzen Welt, und diese Bewegung für soziale Gerechtigkeit und Grundrechte hat sich über die ganze Welt verteilt."

Zur umstrittenen Regel 50, die einen Protest wie jene in den Nachthimmel gereckte Faust von Tommie Smith 1968 in Mexiko City unter Strafe stellt, sagte die US-Nationalspielerin in einem Interview der Agentur DPA: "Diese Regel hätten sie von vornherein nie erlassen dürfen. Das war offensichtlich kurzsichtig und dumm und hat den ganzen Zweck verfehlt. Also: Vielleicht ein bisschen mehr nachdenken."

Team USA, das amerikanische Gegenstück zum Deutschen Olympischen Sportbund, hatte sich zuletzt klar dafür ausgesprochen, dass bei Olympischen Spielen für Menschenrechte und gegen Rassismus und Diskriminierung protestiert werden darf. Mitglieder der US-amerikanischen Teams sollen vom eigenen Verband für solche Gesten nicht bestraft werden.

Im Gehaltsstreit mit dem US-Fußballverband wünscht sich Rapinoe einen Vergleich: "Mir wäre es lieb, wenn ich nicht vor Gericht müsste und wir keine Energie und kein Geld mehr verschwenden müssen." Die Frauenfußball-Nationalmannschaft hatte ihren eigenen Verband im Frühjahr 2019 wegen Diskriminierung verklagt. Die Spielerinnen beklagten in erster Linie, dass ihre männlichen Kollegen weitaus besser bezahlt würden.

© SZ vom 30.12.2020 / dpa
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