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Olympische Spiele:DOSB-Präsident wünscht Impfungen

DOSB-Präsident Alfons Hörmann

DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

(Foto: dpa)

Nur mit einer Impfung aller impfwilligen deutschen Teilnehmer kann laut Alfons Hörmann "guten Gewissens" das Olympia-Team im Sommer nach Tokio reisen.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann sieht eine Impfung aller impfwilligen deutschen Teilnehmer als Grundlage für die Reise eines Teams zu den Sommerspielen nach Tokio. Nur in diesem Fall könne der Deutsche Olympische Sportbund "guten Gewissens die Mannschaft nach Tokio entsenden", sagte Hörmann, 60, im NDR. Er äußerte jedoch Zuversicht, dass trotz des zunächst schleppenden Impftempos nun auch die Sportlerinnen und Sportler bald an die Reihe kommen. "Wir gehen davon aus, dass alle Athletinnen und Athleten und selbstverständlich auch alle Betreuer rechtzeitig eine Impfung erhalten werden", so Hörmann. Dies sei auch dringend notwendig. Das Infektionsrisiko werde für die deutschen Sportler "von Woche zu Woche größer". Allein im März haben sich Hörmann zufolge 35 deutsche Spitzenathleten mit Corona infiziert. Einer DOSB-Umfrage zufolge sollen etwa 13 Prozent der deutschen Olympia-Kandidaten geimpft sein; sieben Prozent lehnen eine Impfung ab.

Unterdessen haben sich in einer neuen Umfrage 72 Prozent der Japaner aus Angst vor einer weiteren Corona-Welle für die Absage oder Verschiebung der Olympischen Spiele und Paralympics in Tokio ausgesprochen. Nur 24 Prozent befürworten die Austragung des Ringe-Spektakels, das am 23. Juli mit der Entzündung des olympischen Feuers beginnen soll, wie aus einer Erhebung der Nachrichtenagentur Kyodo hervorgeht. 39,2 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Absage der um ein Jahr verschobenen Spiele aus. 32,8 Prozent favorisieren eine zweite Verschiebung. 92,6 Prozent der Befragten sagten, sie seien besorgt über ein Wiederaufflammen von Virusinfektionen. In Japan geht das Impfen schleppend voran. Nach Regierungsangaben wurden bis Freitag nur 0,4 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Mediziner warnen davor, dass die Spiele schlimmstenfalls zum Superspreader-Ereignis werden könnten.

© SZ vom 13.04.2021 / dpa
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