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Olympische Sommerspiele:Wüsten-Olympia?

Das Golfemirat Katar plant eine Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2032. Damit wäre das Austragungsland der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 ein möglicher Gegenkandidat einer deutschen Bewerbung um die Spiele.

Bullenhitze, ein Marathon zu nächtlicher Stunde, halbleere Tribünen: Aus Sicht des Ausrichters Katar war die Leichtathletik-WM 2019 offenbar ein Erfolg. Denn der arabische Wüstenstaat will sich mit der Hauptstadt Doha nun auch um die Austragung der Olympischen Spiele 2032 bewerben. Katar habe einen Brief an das Internationale Olympische Komitee geschrieben, um sein Interesse an den Olympischen und Paralympischen Spielen ab 2032 zu bekunden, teilte Katars Olympiakomitee mit. Das Golfemirat wäre somit möglicher Gegenkandidat einer deutschen Bewerbung, die sich mit der Rhein-Ruhr-Region für die Sommerspiele 2032 positioniert. Zudem haben Neu-Delhi, Queensland/Australien und Shanghai/China sowie Süd- und Nordkorea mit einer möglichen gemeinsamen Bewerbung ihr Interesse signalisiert. "Niemals zuvor haben Olympische Spiele im Nahen Osten stattgefunden", hieß es in der Mitteilung des NOK von Katar: "Seit vielen Jahren ist der Sport ein entscheidender Faktor für die Entwicklung unserer Nation." Das reiche Emirat ist Gastgeber der nächsten Fußball-WM 2022. Auch eine Handball-WM fand 2015 in Katar statt. Wegen der Arbeitsbedingungen auf den Stadionbaustellen und der Menschenrechtslage steht der Staat seit Jahren in der Kritik.

© SZ vom 28.07.2020 / dpa/SZ

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