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Olympia:Zweifel an 2021

Ein führender japanischer Politiker hat Zweifel am neuen Olympia-Termin geäußert. Shigeru Ishiba, der ehemalige Verteidigungsminister von Japan und Kandidat für die Nachfolge von Shinzo Abe als Ministerpräsident, sagte laut der Nachrichtenagentur Bloomberg, es sei nicht sicher, dass die Corona-Pandemie bis zum neuen Termin im Juli 2021 - zwei Monate vor dem Ende von Abes Amtszeit - überstanden sei. Erst wenn Klarheit über die Austragung der Olympischen Spiele herrsche, werde Ishiba sich entscheiden, ob er für Abes Nachfolge kandidiere. Es reiche nicht, dass das Virus in Japan "unter Kontrolle ist: Wenn niemand aus Europa oder Amerika kommen kann, sind das nicht mehr Olympische Spiele". Ishiba nutzte die Gelegenheit, Abe zu kritisieren und klagte: "Wir müssen alles, unsere ganze Lebensweise, überdenken und das System ändern, das Wenige viel verdienen lässt."

Unterdessen ist das Olympische Feuer an die japanische Provinz Fukushima übergeben worden. Eine kleine Laterne mit der Flamme wird bis Ende April im Fußball-Trainingszentrum J-Village nahe der Atomruine Fukushima zur Schau gestellt, wie die Organisatoren der ins kommende Jahr verlegten Spiele am Mittwoch bei einer Übergabezeremonie mitteilten. Das Feuer könne zum "Licht am Ende des Tunnels" werden, durch den die Welt derzeit gehe, sagte IOC-Präsident Thomas Bach in gewohnt blumiger Art. Der Zutritt für die Bürger unterliegt zum Schutz vor dem Coronavirus Restriktionen. Die Flamme wurde einem Vertreter Fukushimas übergeben, wo eigentlich am 26. März der Fackellauf hätte starten sollen. Wegen der Verschiebung der Spiele wurde auch der Fackellauf zunächst ausgesetzt.

© SZ vom 02.04.2020 / sz, dpa

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