bedeckt München 17°

Olympia-Bewerbung:"Manipulative Züge"

Präsentation des Konzepts für Olympia 2024

Unkalkulierbar: Die Olympia-Pläne der Hansestadt werden heftig kritisiert.

(Foto: Axel Heimken/dpa)

Erstmals gibt es Gegenwind für Hamburgs Olympia-Bewerbung: Professoren und Wissenschaftler haben ein Papier unterzeichnet, das die Pläne kritisch hinterfragt.

Ratlos und gefrustet stapften die deutschen Volleyballer nach dem geplatzten Medaillentraum bei der EM durch die Katakomben der Arena Armeec in Sofia. Nach einem weiteren enttäuschenden Auftritt unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen Co-Gastgeber Bulgarien am Mittwochabend im Viertelfinale mit 0:3 (19:25, 23:25, 23:25). Wie schon bei der Vorrundenniederlage gegen die Hausherren kamen die Deutschen vor 12 500 enthusiastischen Fans nie richtig ins Spiel und verpassten nach einem hitzigen Kräftemessen die direkte Qualifikation für die EM 2017. Der WM-Dritte von 2014 muss als Achter die Heimreise antreten, Bulgarien trifft am Samstag im Halbfinale auf Frankreich. Die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) verpasste auch die direkte Qualifikation für das nächste Kontinentalturnier 2017 in Polen.

"Unser Niveau hat nicht gereicht, um eine Medaille zu holen", bilanzierte Heynen. "Fast das gesamte Spiel haben wir nicht das Niveau erreicht, das ich von dieser Mannschaft kenne. Wenn man zweimal 0:3 gegen Bulgarien verliert, dann muss man bei sich selbst suchen. Wir haben das Niveau, das wir eigentlich haben, nicht erreicht. Der mentale Druck war zu groß, das müssen wir schnell abstellen."

Ratlos präsentierten sich auch seine Spieler. "Ich kann mir das nicht erklären, es ist ganz komisch", sagte Georg Grozer, der völlig von der Rolle war. "Das war nicht unser Turnier, wir müssen das akzeptieren. Die Enttäuschung ist groß." Tief enttäuscht war auch Denis Kaliberda nach der dritten Pleite im fünften EM-Spiel. "Wir haben zu viele Fehler gemacht. Ich muss für mich sagen, dass ich heute nichts geschafft habe. Da nehme ich viel auf mich", sagte der Außenangreifer.

Die Unterstützung der bulgarischen Fans für ihr Team war ohrenbetäubend. Die Deutschen wurden bei jedem Angriff ausgepfiffen. Im Hexenkessel der Armeec-Arena von Sofia fehlte den Deutschen einfach der Mut, es mit dem Angstgegner aufzunehmen. Der WM-Dritte agierte unglücklich, den Angriffen über die Außenpositionen fehlte es an Durchschlagskraft.

Vor der EM hatte Bundestrainer Heynen selbstbewusst den Titel gefordert, seine Mannschaft schien nach WM-Bronze und dem Sieg bei den Europaspielen in Baku reif für den nächsten Coup. Doch nun stehen die Volleyballer in Sofia mit leeren Händen da.

© SZ vom 15.10.2015 / sid

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite